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Laufen für Kinder in Trauer: Dresden setzt ein stilles Zeichen

Laufen für Kinder in Trauer: Dresden setzt ein stilles Zeichen
Beim „Lacrima Beneflitz" vom 17. bis 19. April können Teilnehmende zwischen 2,04, 5, 10 und 21,1 km wählen — gelaufen, gegangen oder gewandert werden darf jede Strecke. Am 19. April ist der Lauf auch im Heinz-Steyer-Stadion Dresden möglich. Foto: Johanniter Dresden
Von: Cornelius de Haas
Am 19. April laufen Dresdner im Heinz-Steyer-Stadion für Kinder, die einen Menschen verloren haben. Die Teilnahme kostet zehn Euro. Was dahintersteckt, ist schwerer zu beziffern.

Wer schon einmal früh am Morgen laufen war, kennt dieses Bild: leere Straßen, kein Applaus, kein Gegenüber. Nur der eigene Rhythmus – und ein Grund, der einen trotzdem aus dem Bett treibt. Genau dazu passt der „Lacrima Beneflitz“. Nicht wegen des Sports, sondern wegen der Stille dahinter.

Vom 17. bis 19. April organisieren die Johanniter zusammen mit dem Serviceclub Round Table 204 Dresden einen Spendenlauf zugunsten der Kinder- und Jugendtrauerzentren von Lacrima. Gelaufen werden kann überall und jederzeit – digital, im eigenen Viertel, im eigenen Tempo. Oder am Sonntag, 19. April, gemeinsam im Heinz-Steyer-Stadion, von 10 bis 15 Uhr. Der Startbeitrag liegt bei zehn Euro, zusätzliche Spenden sind willkommen. Wer nicht laufen möchte, kann auch gehen.

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Spendenlauf in Dresden: Hilfe für trauernde Kinder und Jugendliche

Wofür das Geld gebraucht wird, zeigt eine Zahl: 55. So viele Kinder und Jugendliche begleitet Lacrima derzeit in Dresden. Kinder, die ihren Vater verloren haben, ihre Mutter oder einen Bruder. Sie kommen in altersgerechten Gruppen zusammen, betreut von geschulten Ehrenamtlichen, die gelernt haben zuzuhören – ohne sofort zu trösten, ohne das Schweigen zu überdecken. Für Eltern gibt es ein eigenes Café. Das gesamte Angebot bleibt für die Familien kostenlos.

Dass das so bleiben kann, hängt an Spenden. Öffentliche Förderung gibt es kaum. „Projekte wie Lacrima bekommen kaum oder gar keine dauerhafte öffentliche Unterstützung", sagt Danilo Schulz von den Johannitern. „Umso wichtiger ist es, dass Menschen hinschauen, mitmachen und Verantwortung übernehmen."

Lacrima Dresden: Trauerbegleitung, die Kindern Raum lässt

Robert Dietsche, Einrichtungsleiter von Lacrima, erklärt, worum es in der Trauerbegleitung für Kinder wirklich geht: „Trauer bei Kindern wird oft unterschätzt. Dabei brauchen gerade sie verlässliche Begleitung, Zeit und Räume, in denen sie ihre Gefühle ausdrücken können." Kinder trauern anders als Erwachsene – leiser, unauffälliger, oft so, dass es niemand bemerkt.

Die kürzeste Strecke beim Beneflitz beträgt 2,04 Kilometer – die Zahl steht für den Round Table 204 Dresden. Dafür braucht es keine besondere Kondition. Nur die Bereitschaft, sich für einen Moment an die Seite von Kindern zu stellen, die gerade sehr allein sind – auch wenn die Tribünen leer bleiben.

Anmeldung zum Beneflitz: So können Dresdner mitmachen

Die Anmeldung ist hier möglich. Mehr Informationen zum Projekt Lacrima gibt es hier.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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