Korb für die Landeshauptstadt: Dresdens Müll-Ehe mit dem Umland vorerst geplatzt
Dresden. Der geplante Beitritt Dresdens zum Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) ist vorerst gescheitert. Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat die Verhandlungen gestoppt, nachdem der Verband eine Aufnahme der Landeshauptstadt aktuell nicht empfiehlt.
Eigentlich sollte der Finanzausschuss am Freitag über das Vorhaben beraten. Die entsprechende Vorlage wurde jedoch kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Hintergrund ist die ablehnende Haltung aus den beteiligten Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Dresden hatte angestrebt, zum 1. Januar 2027 dem Verband beizutreten. Ziel war es, die Abfallwirtschaft stärker zu bündeln und Kosten langfristig zu stabilisieren. Aus Sicht der Stadt könnte ein größerer Verbund wirtschaftliche Vorteile bringen und die kommunale Kontrolle sichern.
Im Umland wird das Vorhaben dagegen kritisch gesehen. Dort besteht die Sorge, dass durch die Integration der Großstadt zusätzliche Kosten entstehen könnten, die sich auf die Gebühren der bestehenden Mitglieder auswirken.
Hilbert hält dennoch an dem Ziel fest: „Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass wir unsere Verantwortung für eine starke kommunale Abfallwirtschaft weiter festigen müssen.“ Zugleich räumte er ein, dass der Nutzen für alle Beteiligten deutlicher dargestellt werden müsse.
Für die Dresdnerinnen und Dresdner ändert sich zunächst nichts. Die Müllentsorgung läuft weiter wie bisher, auch an den Gebühren gibt es aktuell keine Änderungen.
Ob und wann die Gespräche wieder aufgenommen werden, ist offen.