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Kino-Sensation in Dresden: Warum die Filmnächte trotz Krise plötzlich billiger werden

Drei lächelnde Männer auf der Holzterrasse des ehemaligen Astoria-Kinos in Dresden. Der linke Mann mit weißen Haaren hält einen blauen Flyer mit der Aufschrift „Filmnächte 2026“ in der Hand.
Bereit für den Kinosommer: Die Filmnächte-Macher Johannes Vittinghoff, Matthias Pfitzner und Philip Hartmanis (v.l.n.r.) präsentieren im ehemaligen Astoria-Kino das Programm für die Saison 2026. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Leinwand an, Sommer an: Am Donnerstag öffnen die Filmnächte am Elbufer zum 36. Mal. Diesmal mit günstigeren Kinotickets, prominenten Gästen und einem neuen Laserprojektor.

Dresden. Wenn am Donnerstagabend die riesige Leinwand am Elbufer aufleuchtet und die Altstadtkulisse dahinter im letzten Licht steht, beginnt für viele Dresdner der Sommer. Am 25. Juni starten die Filmnächte am Elbufer in ihre 36. Saison. Beim Pressegespräch im ehemaligen Astoria-Kino gaben die Geschäftsführer der PAN GmbH, Philip Hartmanis und Matthias Pfitzner, einen Ausblick auf Programm, Preise und neue Technik.

Tradition am Königsufer

Seit 1991 gehören die Filmnächte zum Dresdner Sommer. Auf dem Königsufer, mit der Altstadt als Kulisse, sind sie zu einem der größten Open-Air-Kinos Deutschlands gewachsen. Die Lust aufs gemeinsame Draußen-Erleben hält an: Der Vorverkauf läuft, das neue Early-Bird-Angebot war nach Angaben der Veranstalter besonders gefragt.

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Prominente Gäste und Premieren

Auf dem Spielplan stehen große Kinoabende, Konzerte, Familienformate und Premieren. Erwartet werden unter anderem Michael „Bully" Herbig bei Aufführung des „Schuh des Manitu" anläßlich seiner Premiere vor 25 Jahren, der Cast zur Uraufführung von „Chéri, ich komme!", Wiebke Lühmann bei „Same Sun" und Lilli Falk bei „Woodwalkers 2".

Großbaustelle der Filmnächte am Elbufer in Dresden bei strahlendem Sonnenschein. Eine riesige, flach montierte Kinoleinwand auf Gerüstteilen dominiert das asphaltierte Gelände, auf dem ein kleines Nutzfahrzeug fährt. Im Hintergrund ist die Silhouette der Dresdner Altstadt zu sehen.
Logistische Meisterleistung am Elbufer: Am Königsufer laufen die Aufbauarbeiten für die 448 Quadratmeter große mobile Kinoleinwand – die größte ihrer Art in Deutschland. Foto: CdH

Dieter Thomas Kuhn & Band sind bei ihrem Musik-Dokumentarfilm „Und es war Sommer" sogar live dabei, auf der Konzertbühne steht zum Auftakt am Freitg Mark Forster. Besonders gefragt sind schon jetzt große Konzerte, Familienformate und einzelne Kultfilm-Abende ("DIrty Dancing", "Der Teufel trägt Prada 2", "Steckerfischfiasko").

Mehr als eine Leinwand

Wer zu den Filmnächten kommt, kommt oft nicht nur wegen des Films. Viele Gäste kämen wegen des ganzen Abends, der Atmosphäre und des Ortes, sagt Pfitzner. Dazu passt, dass der Veranstalter neben den Klassikern auf neue Formate setzt: Soundtrack-Nächte mit Musikfilmen, Aperitivo-Angebote, eine Pink Pixel Party und zusätzliche Familienformate.

Günstigere Kinotickets

Eine gute Nachricht für den Geldbeutel: Trotz gestiegener Kosten machen die Filmnächte ihre Kinotickets günstiger. Man wolle zum einem dem allgemeinen Trend etwas entgegensetzen, so Matthias Pfitzner: "Zum anderen erhoffen wir uns dadurch auch höhere Besucherzahlen für die Filme."

Das dieser Plan aufgehen könnte, zeigte bereits die Aktion der "Early-Bird-Tickets", die Ende Mai für zehn Tage erhältlich waren und allein am ersten Tag 10.000-mal gebucht wurden. Doch auch jetzt kosten die Tickets im Online-Vorverkauf einen Euro weniger als 2025. Erwachsene sind ab 11,50 Euro dabei, Kinder unter zwölf Jahren ab 9,50 Euro. Am Kinotag wird es noch günstiger: 9 Euro für Erwachsene, 7 Euro für Kinder.

Neue Lasertechnik

Auch auf der Leinwand ändert sich etwas. Erstmals projiziert ein 4K-RGB-Laserprojektor das Bild, möglich gemacht mit Förderung der Filmförderungsanstalt. Auf der 448 Quadratmeter großen Fläche, nach Angaben der Veranstalter der größten mobilen Kinoleinwand Deutschlands, sollen Farben kräftiger und Konturen schärfer wirken.

Das Astoria als Ganzjahresort

Dass das Pressegespräch im ehemaligen Astoria-Kino an der Leipziger Straße stattfand, war kein Zufall. Die PAN GmbH hat das Haus übernommen und will daraus einen Kultur- und Begegnungsort für das ganze Jahr machen. Das Astoria sei kein Ersatz für die Filmnächte und kein Notbehelf, sondern eine Ergänzung, sagt Hartmanis. Während die Filmnächte für den Sommer stünden, solle das Astoria perspektivisch in allen Monaten bespielt werden. Mehr Details zu Zeitplan und Nutzung sollen folgen.

Vorbereitet auf die Hitze

Weil der Start direkt in eine Hitzewelle fällt, haben die Filmnächte vorgesorgt. Zwei Frischwasserstationen laden zum kostenlosen Auffüllen ein, rund 350 UV-beständige Sonnenschirme stehen zum Ausleihen bereit. Für die großen Termine kommen Wassernebel-Duschen dazu, und ein Sanitätsdienst ist vor Ort.

Carolabrücke und Zukunft am Elbufer

Ein Thema bleibt die Carolabrücke. Im September 2024 war ein Teil des Bauwerks in die Elbe gestürzt, bis Herbst 2025 wurde die Brücke vollständig abgerissen, ganz in der Nähe des Festgeländes. Das habe zusätzliche Abstimmungen nötig gemacht, ändere aber nichts daran, dass die Filmnächte wie geplant stattfinden könnten und sicher erreichbar seien, sagt Hartmanis.

Über den Sommer hinaus geht es um den Standort selbst. Die Stadt will die Nutzung des Königsufers, auf dem die Filmnächte stattfinden, neu ausschreiben. Für die PAN GmbH steht damit die Frage im Raum, ob sie dort langfristig bleiben kann; das Unternehmen wünscht sich Planungssicherheit und einen dauerhaften Verbleib am Elbufer.

Online-Tickets gibt es unter filmnaechte.de/dresden.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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