Dresden. Die Zeitverschiebung wird zum Knackpunkt: Weil die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, rollt der Ball bei vielen Partien erst, wenn in Dresden längst die Nachtruhe gilt. Lauter Jubel um Mitternacht aber verträgt sich schlecht mit den Lärmvorschriften. Damit das gemeinsame Schauen trotzdem möglich ist, kann das Dresdner Umweltamt für öffentliche Übertragungen im Freien Ausnahmen erteilen - etwa auf Freilichtbühnen, in Biergärten, auf Sport-, Markt- und Festplätzen.
Wer ein solches Public Viewing plant, sollte sich kümmern: Veranstalter stellen den Antrag formlos und schriftlich per E-Mail an umwelt.recht2@dresden.de. Je genauer der Antrag Umfang und Zahl der Veranstaltungen, die örtlichen Verhältnisse sowie Maßnahmen zur Lärmminderung beschreibt, desto besser - und kostenlos ist die Genehmigung nicht.
Geprüft wird jeder Fall einzeln. Das Amt wäge die Interessen der Fans gegen die der Anwohner ab, erklärt Umweltamtsleiter René Herold; die WM solle „für alle Dresdnerinnen und Dresdner ein schönes Erlebnis werden". Sein Appell gilt ausdrücklich auch dem privaten Rahmen: Wer im eigenen Garten oder auf dem Balkon mitfiebert, solle Rücksicht auf die Nachbarn nehmen.