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Jeder Fünfte fühlt sich sehr einsam: Dresden startet Aktionswoche gegen das stille Leiden

Schwarz-Weiß-Nahaufnahme eines Mannes, der beide Hände an die Stirn presst und den Blick nach unten senkt. Der Hintergrund ist komplett dunkel.
Dresden startet vom 22.-28. Juni eine Aktionswoche gegen die soziale Isolation. Symbolfoto: pixabay/geralt
Von: Dresden News
Einsamkeit trifft Menschen jeden Alters - und ist weiter verbreitet, als viele ahnen. Vom 22. bis 28. Juni beteiligt sich Dresden an einer deutschlandweiten Aktionswoche und lädt zu konkreten Begegnungsangeboten ein.

Dresden. Man kann mitten unter Menschen sein und sich trotzdem verloren fühlen. Laut aktuellen Umfragen kennen das erschreckend viele: Etwa ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland fühlt sich zumindest teilweise einsam, knapp 20 Prozent sogar sehr einsam. Vom 22. bis 28. Juni nimmt Dresden an der bundesweiten Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit" teil - mit Frühstücken, Worldcafés und offenen Treffs, die eines gemeinsam haben: niedrigschwellige Begegnung statt Schwellenangst.

Parallel arbeitet die Stadt gemeinsam mit der TU Dresden an einer Studie, die die Einsamkeitssituation in der Landeshauptstadt systematisch erforschen soll - um künftig gezielter mit Angeboten und Unterstützung reagieren zu können.

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Die Angebote der Aktionswoche im Überblick

Den Auftakt macht die Diakonie am Dienstag, 23. Juni, mit einem offenen Frühstück von 10 bis 12 Uhr in der Albertstraße 29 - unter dem Motto „Kurze Nächte - lange Tage". Ebenfalls am Dienstagnachmittag lädt die Beratungs- und Kontaktstelle Mittelpunkt am Merianplatz 4 von 13 bis 15 Uhr zur „Mut-mach-Wäscheleine": Besucherinnen und Besucher schreiben Gedanken, Tipps oder aufmunternde Sätze auf Karten und hängen sie für andere auf.

Am Mittwoch, 24. Juni, startet um 10 Uhr im Hygiene-Museum ein Worldcafé für Menschen ab 55 Jahren - mit Gesprächen über Alleinsein, Trauer, Demenz und Wohnen im Alter. Am Freitag, 26. Juni, folgt dort um 15 Uhr ein Erzählcafé im HY! Community-Raum, das sich an Neuzugezogene ebenso richtet wie an interessierte Dresdnerinnen und Dresdner.

Am Donnerstag, 25. Juni, gibt eine Autorin um 17 Uhr im Kulturcafé Morgenrot in der Berzdorfer Straße 26 unter dem Motto „Mut tut gut" Einblicke, welche Wege aus der Einsamkeit herausführen können. Alle Angebote der Aktionswoche finden sich unter www.dresden.de/einsam.

Was tun, wenn jemand im Umfeld betroffen ist?

Oft ziehen sich einsame Menschen zurück oder haben das Gefühl, nicht verstanden zu werden. Familie und Freunde können mit kleinen Gesten viel bewirken: ein Anruf, ein Besuch, eine kurze Nachricht. Gemeinsame Unternehmungen wie ein Spaziergang können soziale Kontakte stärken. Manchmal fällt jedoch der erste Schritt besonders schwer - in diesen Fällen kann professionelle Unterstützung helfen, etwa durch eine Therapie oder eine Selbsthilfegruppe.

Hilfsangebote in Dresden - auch außerhalb der Aktionswoche

Dresden bietet mehrere Anlaufstellen: Die Beratungs- und Begegnungszentren für Seniorinnen und Senioren sind unter www.dresden.de/senioren zu finden. Selbsthilfegruppen vermittelt die städtische Kontakt- und Informationsstelle KISS unter www.dresden.de/selbsthilfe.

Telefonische Unterstützung bieten der Psychosoziale Dienst (0351-4885341, täglich 9–11 Uhr) sowie das Dresdner Krisentelefon (0351-8041616, täglich 17-23 Uhr). Bundesweit erreichbar ist die TelefonSeelsorge rund um die Uhr und kostenlos unter 0800-1110111 oder 0800-1110222. Unter 25-Jährige können sich per WhatsApp oder SMS an den Krisenchat wenden: 0157-35998143, kostenlos und anonym, rund um die Uhr.

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