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Grüne Stadtzentren und dunkle Vergangenheit: Ein Konzert, das unter die Haut geht

Grüne Stadtzentren und dunkle Vergangenheit: Ein Konzert, das unter die Haut geht
Der Postplatz in Dresden ist derzeit alles andere als eine grüne Oase. Doch der BUND Dresden hat eine Idee entwickelt, die am 23. März im Kulturkraftwerk präsentiert wird. Symbolbild: Pixabay/susanne906
Von: Dresden News
Ein Konzert der Staatsoperette verbindet Zukunftsvisionen für die Stadt mit Musik, die einmal verschwinden sollte

Was hat der Postplatz im Jahr 2045 mit einem jüdischen Komponisten zu tun, der Auschwitz nicht überlebte? Auf den ersten Blick wenig. Doch am kommenden Montagabend fügt die Staatsoperette Dresden beides zu einem Abend zusammen, der unter die Haut gehen dürfte.

Das Green-Box-Kammerkonzert am 23. März greift unter dem Titel „Grüne Stadtzentren" zwei große Fragen auf: Wie wollen wir morgen in der Stadt leben — und welche Stimmen haben wir gestern zum Schweigen gebracht? Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BUND Dresden stellen ihr Projekt „Postplatz 2045 – Die Stadt der Zukunft" vor und skizzieren, wie urbane Räume nachhaltiger, grüner und lebenswerter gestaltet werden könnten.

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Den musikalischen Rahmen liefern Mitglieder des Orchesters der Staatsoperette mit zwei Werken von besonderer Strahlkraft: dem spätromantischen Klarinettenquintett h-Moll op. 115 von Johannes Brahms — ein Alterswerk voller Herbstgold und Abschiedsstimmung — und dem 3. Streichquartett von Viktor Ullmann.

Ullmanns Name steht für eine der dunkelsten Kapitel der Musikgeschichte. Der 1898 in Österreich-Ungarn geborene Komponist, Schüler Arnold Schönbergs, wurde 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet. Sein Streichquartett ist das einzige überlieferte Kammermusikwerk aus seinem Schaffen — und damit ein fast unglaublich kostbares Dokument. Dass es die Nationalsozialisten nicht vernichten konnten, grenzt an ein Wunder.

Die Aufführung ist bewusst gewählt: 2025 ist in Sachsen das Jahr der jüdischen Kultur — ein Anlass, jüdisches Leben und jüdisches Schaffen in Gegenwart und Erinnerung sichtbar zu machen. In einem Jahr, in dem Dresdner Stadtdebatten mitunter hitzig werden, setzt die Staatsoperette mit diesem Konzert ein stilles, aber unmissverständliches Zeichen.

Der Eintritt ist frei, Spenden fließen in lokale Umweltprojekte.

Veranstaltungsinfo
Green-Box-Kammerkonzert — Eine Reihe des Orchesters der Staatsoperette; Montag, 23. März · 19 Uhr; Kranfoyer, Kraftwerk Mitte, Dresden

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