Großalarm in Dresden: Zwei Feuer halten Retter in Atem
Dresden. In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde in Dresden gleich zweimal Großalarm ausgelöst: Zwei Brände an unterschiedlichen Orten hielten die Feuerwehr von den späten Abendstunden bis weit nach Mitternacht in Atem. Der erste Einsatz begann um 21:27 Uhr am Lugaer Graben in Großschachwitz, wo die automatische Brandmeldeanlage eines Heizkraftwerks Alarm schlug. Schon auf der Anfahrt war klar, was die Einsatzkräfte erwartete: Dichter schwarzer Rauch stieg weithin sichtbar über dem Werksgelände auf.
Mitarbeiter greift ein - und landet im Krankenhaus
Beim Eintreffen der Feuerwehr drang der Qualm bereits aus dem Pelletbunker sowie aus Teilen der Förderanlage. Mutige Mitarbeiter des Unternehmens hatten nicht auf die Feuerwehr gewartet, sondern selbst erste Löschversuche unternommen. Einer von ihnen, ein 59-Jähriger, atmete dabei zu viel giftigen Rauch ein. Der Rettungsdienst versorgte ihn noch vor Ort, anschließend kam er zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus.
Die Einsatzleitung teilte die rund 60 Kräfte aus mehreren Dresdner Feuer- und Rettungswachen in zwei Abschnitte auf. Während eine Gruppe die angrenzenden Gebäude und Förderstrecken sicherte, drangen Trupps unter Atemschutz in den Bunker vor und begannen das brennende Holzmaterial zu löschen. Die eigentliche Herausforderung lauerte in den Förderschächten: In schwer zugänglichen Bereichen flackerten immer wieder neue Glutnester auf, die gezielt mit Löschschaum bekämpft werden mussten.
Brand eingedämmt: Heizkraftwerk bleibt vor Totalschaden verschont
Die Löscharbeiten zogen sich bis 01:37 Uhr hin. Überdrucklüfter entrauchten anschließend die betroffenen Anlagenteile, Wärmebildkameras spürten letzte verbliebene Glutreste auf.
Dass das Feuer nicht auf das gesamte Heizkraftwerk übergriff und ein weitaus größerer Schaden ausblieb, verdankt Großschachwitz dem entschlossenen Zusammenspiel von Belegschaft und Feuerwehr in den entscheidenden ersten Minuten.
Containerbrand am Neustädter Markt: Feuer direkt vor Wohnhaus
Noch während die Einsatzkräfte in Großschachwitz mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt waren, schlug es in der Innenstadt erneut Alarm. Um 23:54 Uhr meldete die Feuerwehr einen Brand am Neustädter Markt in der Inneren Neustadt. Vor dem Eingangsbereich eines Wohnhauses brannte der Inhalt eines rund zehn Kubikmeter großen Absetzcontainers in voller Ausdehnung - ein bedrohliches Bild mitten im belebten Stadtquartier.
22 Einsatzkräfte brachten das Feuer bis 00:15 Uhr unter Kontrolle. Um auch tief ins Brandgut vorzudringen, mischten die Einsatzkräfte dem Löschwasser Netzmittel bei – ein Verfahren, das die Oberflächenspannung des Wassers senkt und selbst dicht gepacktes Material durchtränkt. Parallel dazu maßen Einsatzkräfte die Luftqualität in mehreren umliegenden Wohnungen. Das Ergebnis: keine Belastung, keine gesundheitliche Gefahr für die Bewohner.
Polizei ermittelt: Brandursache am Neustädter Markt noch unklar
Nach dem Löschen zogen die Einsatzkräfte den Containerinhalt auseinander, kühlten jede Schicht gezielt ab und leuchteten den gesamten Container mit der Wärmebildkamera aus - kein Glutnest sollte übrig bleiben. Was den Brand überhaupt ausgelöst hat, ist noch ungeklärt. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Ob Fahrlässigkeit oder Vorsatz hinter dem Feuer steckt, das direkt vor einem bewohnten Haus ausbrach, werden die nächsten Tage zeigen.