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Flutlicht-Topspiel gegen Hertha: DVB schickt extra Bahnen zum Dynamo-Heimspiel

Nächtliche Straßenansicht mit einer gelb-weißen DVB-Straßenbahn an einer Haltestelle. Im dunklen Hintergrund ist die beleuchtete Silhouette des Rudolf-Harbig-Stadions in Dresden erkennbar. Zwei Personen warten im Unterstand.
Extra-Fahrten zum Flutlichtspiel: Zum Heimspiel von Dynamo Dresden gegen Hertha BSC setzt die DVB zusätzliche Straßenbahnen am Rudolf-Harbig-Stadion ein. Eintrittskarten gelten vor und nach Anpfiff als Fahrausweis im VVO-Netz. Archivfoto: CdH
Fünf Monate nach den Ausschreitungen im April treffen Dynamo und Hertha am Samstagabend wieder aufeinander, diesmal unter scharfen Auflagen. Rund 29.000 Zuschauer werden erwartet, und die DVB legt auf mehreren Linien Bahnen drauf.

Dresden. Ein brisantes Wiedersehen unter Flutlicht, ein Großaufgebot der Polizei und ein volles Stadion: Am Samstagabend empfängt Dynamo Dresden Hertha BSC, Anpfiff ist um 20:30 Uhr. Rund 29.000 Zuschauer werden erwartet. Für den Andrang rüstet die Dresdner Verkehrsbetriebe AG auf und lässt vor und nach dem Spiel zusätzliche Bahnen fahren. 

Den größten Schub gibt es auf den Linien 10 und 13. Vor dem Anpfiff fährt die 10 zwischen etwa 18 und 20:15 Uhr abschnittsweise im 7/8-Minuten-Takt, unterstützt von Verstärkerbahnen zwischen Gorbitz beziehungsweise Messe Dresden und dem Fetscherplatz. Die 13 wird mit Einzelfahrten Richtung Reick verdichtet, ebenfalls auf 7/8 Minuten.

Nach dem Abpfiff: 10 und 13 im engeren Takt

Nach dem Spiel dreht die DVB weiter auf. Die Linie 10 kommt dann abschnittsweise alle fünf Minuten, zusätzliche Bahnen fahren bis Tolkewitz. Die 13 wird auf einen 7/8-Minuten-Takt verstärkt und bedient die Richtung Prohlis. Auf den Linien 8, 12 und 68 setzt die DVB zusätzliche Einzelfahrten ein. Der Verstärkerbetrieb läuft von 18 bis 23:30 Uhr.

Wer nah ans Stadion will, steigt an den Haltestellen Georg-Arnhold-Bad, Lennéplatz oder Straßburger Platz aus. Von dort sind es wenige Minuten zu Fuß. Ein zweites Ticket braucht niemand: Die Eintrittskarte gilt in der Saison 2026/27 im gesamten Verkehrsverbund Oberelbe zugleich als Fahrausweis, von vier Stunden vor bis sechs Stunden nach dem Anpfiff. Wer mit S-Bahn oder Zug kommt, steigt am Hauptbahnhof auf die 8 oder 10 um, am Bahnhof Neustadt auf die 3 bis zur Walpurgisstraße.

Warum das Spiel als Hochrisikospiel gilt

Der Aufwand hat einen ernsten Hintergrund. Die Partie ist als Hochrisikospiel eingestuft, entsprechend groß fällt das Polizeiaufgebot aus. Auslöser war das letzte Duell im April im Rudolf-Harbig-Stadion. Damals zündeten beide Fanlager massiv Pyrotechnik, Anhänger beider Klubs stürmten den Innenraum, Dynamo-Fans schossen Feuerwerksraketen Richtung Hertha-Block, 17 Menschen wurden verletzt. Das Spiel, das Hertha mit 1:0 gewann, musste zweimal unterbrochen werden. 

Das DFB-Sportgericht verhängte danach Strafen gegen beide Vereine. Hertha muss 152.000 Euro zahlen, Dynamo 91.200 Euro. Zusätzlich dürfen die Gästeblöcke bei den direkten Duellen in dieser Saison nur zur Hälfte besetzt werden, die Tickets müssen personalisiert ausgestellt werden.

Gegen diese Auflagen wehrt sich die aktive Fanszene der Berliner. Die Ultras der „Harlekins" riefen zum Boykott auf, um ein Zeichen gegen Kollektivstrafen zu setzen. Die Folge: Statt rund 3.000 wie im April reisen diesmal nur etwa 700 Hertha-Fans nach Dresden, wie Pressesprecherin Vera Krings mitteilte. Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich stellte die Kollektivstrafen des Verbands öffentlich infrage. 

Sportlich könnten die Vorzeichen kaum unterschiedlicher sein. Hertha gewann alle fünf bisherigen Saisonspiele und führt die Tabelle an, Dynamo steht mit vier Punkten - dank des Darmstädter 1:5 in Wolfsburg - auf dem drittletzten Platz. Übertragen wird das Topspiel live bei RTL und Sky. 

Für alle, die aufs Rad umsteigen: An Heimspieltagen sind die ersten 30 Minuten mit dem MOBIbike zum und vom Stadion kostenlos, jeweils bei An- und Abreise. Rund ums Stadion gibt es dafür zehn Bonus-Stationen, erkennbar am Prozentzeichen in der nextbike-App.

Die DVB weist auf laufende Baumaßnahmen und mögliche Linienänderungen hin. Aktuelle Fahrpläne stehen unter www.dvb.de, telefonisch hilft der Serviceruf unter 0351 857-1011.