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Er war Dresdens Stolz – jetzt steht er still. Wann fährt der Hecht wieder?

Er war Dresdens Stolz – jetzt steht er still. Wann fährt der Hecht wieder?
Wagen 1716 im Depot Trachenberge: Der „Große Hecht" steht – und wartet auf seine Generalüberholung. Bild: DVB AG
Von: Cornelius de Haas
Am Wochenende öffnet das Straßenbahnmuseum Dresden. Der „Große Hecht" fehlt diesmal – und braucht Geld.

Wer Sonnabend oder Sonntag gegen halb elf am Straßenbahnhof Trachenberge steht, erlebt etwas, das auf Dresdner Straßen sonst nicht mehr vorkommt: Ein MAN-Zug aus den 1950ern rollt auf Gleis 4 an, die Türen öffnen sich, und wer einsteigt, fährt auf Holzbänken durch die Stadt. Das Straßenbahnmuseum und der Verein historischer Kraftfahrzeuge des Dresdner Nahverkehrs laden am 28. und 29. März jeweils von 10 bis 17 Uhr zu ihren Öffnungstagen ein – mit Rundfahrten, Führungen und einem Café, das „Schiebebühne" heißt.

Der Eintritt kostet fünf Euro, Kinder zwischen 6 und 14 Jahren zahlen drei. Familien mit zwei Erwachsenen und bis zu vier Kindern kommen mit der Familienkarte für zwölf Euro durch.

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Wer fährt, wann fährt er?

Der MAN-Zug Nummer 734 startet stündlich zwischen 10:45 und 15:45 Uhr, der Tatra-Zug 2000 von 11:15 bis 16:15 Uhr. Am Sonntag kommt die Kinderstraßenbahn „Lottchen" dazu – 10:30, 12:30 und 14:30 Uhr, mit Unterhaltungsprogramm während der Fahrt. Abfahrt immer auf Gleis 4.

Auf der Straße fahren die Bus-Oldtimer: Der Büssing NAG 900 von 1939 – laut Vereinsangaben der älteste noch zugelassene Omnibus in Dresden – startet an beiden Tagen um 11:30, 13:30 und 15:30 Uhr. Das Fahrzeug war schon öfter Filmkulisse. Daneben fahren ein IFA H6B und ein Ikarus 250; wer mehr Zeit hat, nimmt den Ikarus 66 für die längere Runde ins Umland. Für alle Sonderfahrten fällt eine Zulage an: fünf Euro für Erwachsene, drei für Kinder – beim Ikarus 66 zehn bzw. fünf Euro.

In den Museumshallen darf man die Wagen anfassen. Wer mag, probiert den Fahrsimulator aus – dasselbe Gerät, auf dem DVB-Fahrschüler den Ernstfall üben. Kinder können sich eine Straßenbahn aus Pappe basteln, Erwachsene beim Nahverkehrs-Quiz Preise gewinnen.

Der Hecht steht still

Wer an diesem Wochenende nach dem „Großen Hecht" fragt, bekommt eine ehrliche Antwort: Der fährt nicht. Und es ist unklar, wann er wieder fährt.

Der Hecht-Wagen – 1931 in Dresden entwickelt, damals die modernste Straßenbahn auf dem Markt – war in der Vor- und Nachkriegszeit das Gesicht des Dresdner Nahverkehrs. Die spitz zulaufende Front gab ihm den Namen. Ab 1934 folgte der kleinere Bruder, der „Kleine Hecht". Von der großen Version existiert in Dresden noch genau ein fahrtüchtiges Exemplar – oder besser gesagt: existierte. Bei der vorgeschriebenen Hauptuntersuchung kamen Schäden am Wagenkasten ans Licht, die eine komplette Überholung nötig machen. Das ist keine Arbeit für Ehrenamtliche am Wochenende.

Eine Fachfirma aus der Oberlausitz ist bereits gefunden. Das Geld reicht noch nicht. Der Verein sucht Sponsoren. Ziel ist es, den Hecht zum 100. Geburtstag – in etwa fünf Jahren – wieder auf die Schiene zu bringen. Wer helfen möchte: www.strassenbahnmuseum-dresden.de/spenden

Das Straßenbahnmuseum befindet sich auf der Trachenberger Straße 38.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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