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Entlastung mit Haken: Warum Dresdens OB die Bund-Länder-Einigung „halbherzig" nennt

Drei Personen sitzen an einem Konferenztisch vor einer gelben Präsentationsfolie zum Haushaltsjahr 2026. In der Mitte spricht Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert.
Kritik am Finanzpaket: OB Dirk Hilbert (l.) nennt die Bund-Länder-Einigung „halbherzig“. Trotz neuem Nachtragshaushalt 2026 bleibt Dresdens Haushaltslage extrem brisant. Archivfoto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Eigentlich soll die neue Bund-Länder-Einigung Städte wie Dresden von ihren explodierenden Sozialkosten entlasten – doch Oberbürgermeister Dirk Hilbert zeigt sich enttäuscht. Er warnt, dass die nächste große Reform die Stadt am Ende sogar wieder Geld kosten könnte, durch die Hintertür.

Dresden. Die Einigung sollte genau jene Kommunen entlasten, die unter steigenden Sozialausgaben ächzen - in Dresden fällt die Reaktion trotzdem kühl aus. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zeigt sich enttäuscht von der am Donnerstag bekanntgegebenen Verständigung zwischen Bund und Ländern zur Kommunalfinanzierung und spricht von einem „halbherzigen Entlastungspaket". Während Bund und Länder ihre Einigung als ersten Beschluss dieser Art und als „neuen Geist des föderalen Miteinanders" feiern, überwiegt im Dresdner Rathaus die Skepsis.

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„Wer bestellt, bezahlt" - aber erst in Monaten

Im Kern erkennen Bund und Länder künftig den Grundsatz der Konnexität an: Wer eine Leistung beschließt, soll sie auch bezahlen. Hilbert begrüßt dieses Prinzip - „Wer bestellt, bezahlt auch" -, kritisiert aber, dass es überhaupt erst auf Druck der Kommunen kam und nun noch weiter auf sich warten lässt. Statt sofort zu greifen, gönnten sich Bund und Länder „weitere Monate" bis zum Inkrafttreten. Vor allem aber ändere die Reform nichts an der akuten Lage: „An den bestehenden Rekorddefiziten ändert sich nichts", so der OB. Dass der Bund künftige Kostenübernahmen zudem deckelt, hält er für realitätsfern - so, als gäbe es in den kommunalen Kassen noch finanzielle Polster.

Risiko Einkommensteuerreform: Belastung durch die Hintertür?

Den größten Stein des Anstoßes sieht Hilbert aber an anderer Stelle. Steuergesetze sind von dem neuen Mechanismus ausdrücklich ausgenommen - und genau hier droht aus Dresdner Sicht neues Ungemach: Der Bund plant eine Reform der Einkommensteuer, die dauerhaft zu geringeren Einkommensteueranteilen für Länder und Kommunen führen könnte. Damit würde die eben erst zugesagte Entlastung gleich wieder relativiert. Für Dresden wiegt das schwer, denn die Einkommensteuer ist nach der Gewerbesteuer die zweitwichtigste Steuereinnahme der Stadt. Hilbert wertet das „halbherzige Handeln" deshalb als „schlechtes Vorzeichen" und mahnt, die Steuerreform dürfe keinesfalls dazu führen, dass die Kommunen am Ende doch wieder belastet werden - „quasi durch die Hintertür".

Brisanz gewinnt die Kritik durch das Timing: Erst am Vortag hatte der Stadtrat mit hauchdünner Mehrheit den Nachtragshaushalt beschlossen und die monatelange Haushaltssperre beendet. Wie angespannt Dresdens Finanzlage bleibt, zeigt schon der Blick auf den nächsten Doppelhaushalt 2027/28, für den Hilbert bereits „dramatische Einschnitte" angekündigt hat.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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