Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Dresden News

Ein Saisonfinale wie ein Märchenbuch: Was die Staatskapelle in Dresden noch einmal alles auffährt

Ein geteiltes Bild zeigt links das Porträt einer blonden Frau in einem blauen Spitzenoberteil, die nach oben blickt, und rechts eine Frau mit dunklen Haaren in einem roten Mantel, die direkt in die Kamera schaut.
Sopranistin Siobhan Stagg (l.) und Dirigentin Elim Chan (r.) gestalten das 12. Sinfoniekonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden zum Saisonabschluss mit Werken von Dukas, Chin und Prokofjew. Fotos: Simon Pauly
Von: Cornelius de Haas
Ein Zauber, der außer Kontrolle gerät, ein Ausflug ins Wunderland und die berühmteste Liebestragödie der Weltliteratur: Mit einem Abend voller literarischer Verwandlungen beschließt die Sächsische Staatskapelle ihre Saison.

Dresden. Zum Ende der Saison schlägt die Sächsische Staatskapelle noch einmal das große Märchenbuch auf. Ihr 12. Sinfoniekonzert versammelt drei Werke, die berühmte Erzählungen der Weltliteratur in Musik übersetzen - jedes auf seine eigene Weise, vom übermütigen Spiel mit der Magie bis zur tödlichen Liebe.

Den Auftakt macht Paul Dukas' „Zauberlehrling" von 1897, der Goethes Ballade in Orchesterfarben übersetzt. Hörbar kippt darin das übermütige Spiel mit der Magie, bis das Geschehen außer Kontrolle gerät - bis heute ein vielgespieltes Beispiel dafür, wie Musik eine Handlung erzählen kann. Danach führt Unsuk Chin mit „Puzzles and Games" in die skurrile Traumwelt von „Alice im Wunderland". Ihr rund zwanzigminütiges Werk, 2017 aus ihrer gleichnamigen Oper entstanden, verbindet virtuosen Sologesang mit einer schillernden Orchestersprache.

Mehr aus dieser Kategorie

Eine Sängerin, die dieses Werk von Anfang an kennt

Den Solopart übernimmt die lyrische Sopranistin Siobhan Stagg, die zu diesem Stück eine besondere Verbindung hat: 2017 sang sie die Uraufführung in der Kölner Philharmonie. Zum Abschluss erklingt Sergej Prokofjews „Romeo und Julia" - nicht in einer der gängigen Ballettsuiten, sondern in einer von Dirigentin Elim Chan eigens zusammengestellten Auswahl. Sie rückt die Hauptfiguren ins Zentrum, sodass die zentralen Stationen der Tragödie und der Kontrast zwischen ihnen deutlich hervortreten.

Zum ersten Mal beim Sinfoniekonzert am Pult

Für Elim Chan ist es ein besonderer Abend. Die Dirigentin, laut Staatskapelle designierte Musikdirektorin des San Francisco Symphony Orchestra, hat in Dresden bereits 2024 bei einem Aufführungsabend debütiert. Das Sinfoniekonzert leitet sie nun zum ersten Mal. Zu hören ist das Programm dreimal: am Sonntag, 5. Juli, um 11 Uhr sowie am Montag und Dienstag, 6. und 7. Juli, jeweils um 19 Uhr. Karten gibt es an der Schinkelwache am Theaterplatz (Telefon 0351 4911705) und online unter staatskapelle-dresden.de.

Cornelius de Haas
Artikel von

Cornelius de Haas

Cornelius de Haas ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.