35 Sekunden schneller, 0 Unfälle: Dresden macht diese Umweltspur dauerhaft
Dresden. Der Flügelweg bekommt seine Umweltspur endgültig: Ab 17. August markiert die Stadt den rund 400 Meter langen Abschnitt Richtung Altcotta dauerhaft. Die Spur beginnt nach der Hamburger Straße und endet vor der Kreuzung Cossebauder Straße / Altcotta. Sie soll Busse und Bahnen beschleunigen und Radfahrenden mehr Sicherheit bieten; auch Einsatzfahrzeuge mit Sondersignal dürfen sie nutzen. Die Kosten der Markierung von knapp 70.000 Euro übernehmen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB).
Was der Verkehrsversuch gezeigt hat
Vorausgegangen war ein mehrjähriger Test. Der Stadtrat hatte 2023 beschlossen, die Umweltspur zunächst zu erproben. Zwischen April und Oktober 2024 zeigte der Versuch: Die Busse der Linien 70 und 80 wurden in der Spitzenzeit im Schnitt um 35 Sekunden pro Fahrt schneller. Wichtiger als das Tempo war für die rund 4.000 täglichen Fahrgäste aber die Verlässlichkeit. Zuvor brauchten die Busse zwischen Flügelwegbrücke und Altcotta mal wenige Minuten, mal standen sie im Stau. Die Umweltspur senkte diese Schwankung im Tagesverlauf um bis zu 40 Prozent, der Fahrplan wurde stabiler, Umstiege planbarer.
Auch für Radfahrende brachte der Versuch klare Effekte: Rund 87 Prozent nutzten die neue Spur, statt wie zuvor im Autoverkehr mitzufahren oder sich den Gehweg mit Fußgängern zu teilen. Unfälle oder Konflikte zwischen Bussen und Radfahrenden gab es im Untersuchungszeitraum nicht.
Warum es so lange dauerte
Dass die Dauerlösung erst jetzt kommt, hat mit zwei Ereignissen zu tun. Nach dem Einsturz der Carolabrücke verschob die Stadt die Entscheidung zunächst, um abzuwarten, ob sich Verkehr auf die Flügelwegbrücke verlagert. Das blieb aus. 2025 folgten dann mehrmonatige Bauarbeiten auf der Lübecker Straße, die den Schritt weiter aufschoben. Nun liegt die verkehrsrechtliche Anordnung vor.
Das Aufbringen der weißen Markierung samt „BUS"-Schriftzug und Fahrrad-Symbol übernimmt eine Spezialfirma. Die Arbeiten dauern etwa eine Woche, laufen abschnittsweise im fließenden Verkehr und überwiegend nachts.