Die Dresdner Philharmonie steht vor einer ungewohnten Frage: Sollen Sängerinnen und Sänger, die in den Philharmonischen Chören ehrenamtlich mitwirken, künftig Geld dafür bezahlen? Berichte über entsprechende Überlegungen haben eine offizielle Reaktion ausgelöst. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch stellte klar: Eine Entscheidung ist noch lange nicht gefallen.
Haushaltsnot treibt Suche nach Einnahmen
Hintergrund ist die angespannte Finanzlage der Landeshauptstadt. Im Zuge der laufenden Haushaltskonsolidierung sind alle städtischen Kulturbetriebe aufgefordert, mögliche Einnahmequellen zu prüfen. Die Dresdner Philharmonie hatte die Philharmonischen Chöre und deren Vorstände bereits im Rahmen von Elternabenden und Mitgliederversammlungen über entsprechende Überlegungen informiert – woraufhin die Sache an die Öffentlichkeit gelangte.
Klepsch betonte in ihrer Stellungnahme ausdrücklich, dass es sich bei den diskutierten Beträgen lediglich um eine „Diskussionsgrundlage" handele, nicht um konkrete Pläne. Eine Einführung von Mitgliedsbeiträgen oder Teilnahmegebühren könne erst auf Basis einer Verwaltungsvorlage und nach einem Beschluss des Dresdner Stadtrates in Kraft treten. Konkrete Haushaltszahlen für 2027/28, auf die sich die Debatte bezieht, gibt es noch gar nicht: Der Entwurf des nächsten Doppelhaushalts ist erst nach der Sommerpause 2026 zu erwarten.