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Dresden und Magdeburg verbünden sich gegen das Tatort-Aus

Porträtaufnahme von Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert im Dreiviertelprofil vor einem dunklen Hintergrund mit gelben Akzenten.  Er trägt ein blaues Sakko über einem offenen, weißen Hemd ohne Krawatte und blickt mit einem leichten Lächeln nach links.
Kampf um den Dresdner Tatort: Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) fordert in einem offenen Brief gemeinsam mit Magdeburgs Rathauschefin Simone Borris den MDR auf, die dreijährige Produktionspause der beliebten Krimireihen zu überdenken. Foto: CdH
Von: Dresden News
Der MDR will den Dresdner Tatort und den Magdeburger Polizeiruf 110 für drei Jahre pausieren. Die Oberbürgermeister beider Städte wollen das nicht hinnehmen und schreiben einen offenen Brief.

Dresden. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) will den Dresdner Tatort und den Magdeburger Polizeiruf 110 für drei Jahre nicht weiter produzieren. Dagegen wenden sich nun die Stadtoberhäupter beider Städte: In einem gemeinsamen offenen Brief fordern Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und seine Magdeburger Amtskollegin Simone Borris (parteilos) den Sender auf, die Entscheidung zu überprüfen und die Reihen langfristig zu sichern.

MDR-Sparpläne: drei Jahre Pause für die Krimis

Der MDR hatte am 11. Mai angekündigt, drei Jahre lang keine neuen Folgen der beiden Krimireihen zu produzieren. Als Grund nennt der Sender eine Finanzierungslücke, nachdem der Rundfunkbeitrag Anfang 2025 nicht wie vorgesehen von 18,36 auf 18,94 Euro erhöht wurde. Bereits fertige und vertraglich vereinbarte Folgen sind nicht betroffen; beim Dresdner Tatort laufen noch „Das, was Du zurücklässt" und „Löschen". Die Pause ist Teil eines größeren Sparpakets, zu dem auch der Abschied vom ARD-Mittagsmagazin und der Abbau von rund 200 Stellen gehören.

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Was Hilbert und Borris fordern

In ihrem Brief werten die beiden Stadtoberhäupter die Reihen als mehr als Unterhaltung: Sie transportierten Geschichten und Bilder ihrer Städte in Millionen Wohnzimmer und stärkten die regionale Identität, heißt es. Ein schrittweiser Rückzug aus den ostdeutschen Standorten schwäche die mediale Präsenz der neuen Bundesländer im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der Dresdner Tatort gehört zu den beim Publikum beliebtesten fiktionalen Angeboten der ARD. Hilbert und Borris fordern eine Überprüfung der Entscheidung, eine dauerhafte Sicherung ostdeutscher Ermittlerteams und Produktionsstandorte sowie eine transparente Bewertung der Folgen möglicher Verlagerungen.

Tatort als Wirtschaftsfaktor

Die Oberbürgermeister verweisen zudem auf die wirtschaftliche Bedeutung. Filmproduktionen schüfen Aufträge für Hotels, Gastronomie, Handwerk, Technikdienstleister und Kreativschaffende. Die regelmäßige Präsenz zur besten Sendezeit erreiche ein Millionenpublikum und sei durch klassisches Stadtmarketing kaum zu ersetzen.

Verständnis für den Sparzwang

Zugleich zeigen Hilbert und Borris Verständnis für die Lage des Senders. Sie kennten knappe Kassen und Sparzwang aus der eigenen Verwaltung, schreiben sie; umso sorgfältiger müsse der MDR aber abwägen, welche erfolgreichen und regional verankerten Formate er kürze.

Mit ihrer Kritik stehen die Stadtoberhäupter nicht allein. Die Dresdner Tatort-Darsteller Cornelia Gröschel und Martin Brambach sowie die Magdeburger Polizeiruf-Kommissarin Claudia Michelsen hatten die Entscheidung bereits öffentlich kritisiert; im Dresdner Stadtrat brachte die Linke einen Eilantrag ein. Der MDR verweist auf seine schwierige Finanzlage und will sich vorerst nicht weiter äußern.

Hintergrund ist der Streit um den Rundfunkbeitrag: ARD und ZDF klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die ausgebliebene Erhöhung, eine Entscheidung aus Karlsruhe steht aus.

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