Dresden saniert Villa Akazienhof in Gruna zum Stadtteilhaus
Dresden. Fast drei Jahrzehnte stand die Villa Akazienhof in Gruna leer, nun haben die Bauarbeiten begonnen. Die Villa wird für 3,95 Millionen Euro zum Stadtteilhaus saniert, einem Ort für Begegnung, Kultur und Beratung, wie die Stadt mitteilte. Ende 2027 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, im Frühjahr 2028 könnte der Betrieb beginnen.
Das Gebäude wird grundhaft saniert: Mauern und Decken würden ertüchtigt, der Dachstuhl erneuert, die Haustechnik komplett modernisiert. Möglichst viel der alten Bausubstanz solle erhalten bleiben, ebenso Raumstruktur und Kubatur der Villa. Finanziert wird das Vorhaben zu 70 Prozent aus EU-Mitteln (EFRE) und Landesgeld, die übrigen 30 Prozent trägt die Stadt. Die EFRE-Gelder stammen aus dem Programm zur Stadterneuerung im Gebiet Altgruna; erst nachdem die Stadt sie einwerben konnte, ließ sich das Projekt vorbereiten. Die Pläne stammen vom Dresdner Büro ZDR Architekten, das den Zuschlag in einem europaweiten Verfahren erhielt.
Von der Bürgeridee zum Treffpunkt
Die Idee geht auf engagierte Grunaer zurück, die sie 2021 entwickelten und über mehrere Beteiligungsrunden mit dem Verein „In Gruna Leben" ausarbeiteten. Geplant sind Beratung für Familien und Senioren, Kurse, Kulturveranstaltungen sowie Räume für Vereine und Initiativen, ein niedrigschwelliger Treffpunkt für Jung und Alt. Solche Stadtteilhäuser sollen das Miteinander im Quartier stärken, Angebote gegen Einsamkeit schaffen und Unterstützung im Alltag bieten. Den Betrieb vor Ort könnte die Volkssolidarität Dresden übernehmen, dazu liefen Gespräche.
Parallel zum Bau bereitet die Stadt bereits die spätere Nutzung vor. Wie schon das Stadtteilhaus in der Johannstadt solle der Akazienhof ein Ort für Austausch und Zusammenhalt werden, so der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Stephan Kühn.
Errichtet wurde die Villa Mitte des 19. Jahrhunderts als Landhaus des Barons von Rosenberg. Später gehörte sie bis nach dem Zweiten Weltkrieg der Mimosa AG, einem Hersteller von Foto- und Filmmaterial; von 1953 bis 1996 diente sie als städtische Kindertagesstätte. Seither stand sie leer.
Bauphase bringt Einschränkungen: Ostrauer Straße wird Baustellenzufahrt
Die anstehenden Bauarbeiten bedeuten für die angrenzende Nachbarschaft eine vorübergehende Belastung durch Lärm und Baustellenverkehr. Die Planer steuern jedoch mit festen Ruhezeiten gegen, um das Wohnumfeld so weit wie möglich zu entlasten.
Für die gesamte Logistik der anstehenden Bauphase nutzen die Bauausführenden die Ostrauer Straße als zentrale Zufahrt zur Baustelle. Anwohnerinnen und Anwohner der direkt angrenzenden Wohnbebauung müssen in diesem Bereich zeitweise mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen und unvermeidbarem Baulärm rechnen.
Um die Beeinträchtigungen für die Nachbarschaft auf ein Minimum zu reduzieren, greift ein angepasster Zeitplan für die Arbeiter vor Ort. In der Kernzeit zwischen 12:00 und 14:00 Uhr reduzieren die Betriebe lärmintensive Arbeiten spürbar. Diese verordnete Pause sorgt für eine verlässliche Entlastung der Anwohner während der Mittagsstunden.