Die Landeshauptstadt Dresden bringt das Grün zurück auf den Asphalt. Unter dem Motto „Stadtraum anders gestalten“ werden ab Ostern die Sitz- und Pflanzmodule aufgebaut, die bereits im Sommer 2024 für das Projekt angeschafft wurden. In diesem Jahr verteilt die Stadtverwaltung das Mobiliar jedoch neu: Erstmals entstehen auch in der Pfarrgasse zwischen der Haltestelle Prager Straße und der Kreuzkirche kleine Garteninseln. Damit reagiert das Rathaus auf den Wunsch der Bürger nach mehr Aufenthaltsqualität in den bislang stark versiegelten Gassen der Altstadt.
Hohe Zustimmung für die Verkehrswende im Kleinen
Die Strategie der Stadtverwaltung stützt sich auf klare Zahlen aus der Vergangenheit. Ein Verkehrsversuch im Jahr 2024, bei dem die Seestraße vorübergehend zur Fußgängerzone mit viel Grün umgestaltet wurde, stieß auf enorme Resonanz. In einer begleitenden Befragung sprachen sich 86 Prozent der über 1.600 Teilnehmer für eine dauerhafte Verkehrsberuhigung und Begrünung aus. Die Bürger schätzten vor allem die Abkühlung an heißen Tagen und die gestiegene Attraktivität für den Fußverkehr.
Dennoch verliefen die bisherigen Versuche nicht völlig konfliktfrei. In früheren Debatten äußerten Gewerbetreibende und Logistiker vereinzelt Sorgen über Lieferwege und den Wegfall von Stellflächen. Die Stadt versucht nun, diese Interessen durch eine kleinteiligere Planung auszugleichen. Der Stadtbezirksbeirat Altstadt unterstützt das Vorhaben weiterhin finanziell und politisch. Aktuell wird eine Vorplanung geprüft, die neben Begrünung auch barrierefreie Wege und mehr Fahrradabstellanlagen vorsieht.