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Dresden pflanzt um: Neue Garteninseln erobern die City

Dresden pflanzt um: Neue Garteninseln erobern die City
Der vordere Bereich der Seestraße wird diesmal nicht mobil begrünt. Grund sind die Bauarbeiten am einstigen C&A-Kaufhaus. Archivbild: pixabay/andreasmetallerreni
Von: Cornelius de Haas
Dresden setzt die Verwandlung der steinernen Innenstadt in grüne Verweilzonen fort. Ab Ostern kehren die mobilen Pflanz- und Sitzelemente zurück in das Stadtbild. Während die Seestraße aufgrund von Bauarbeiten in diesem Jahr nur teilweise begrünt werden kann, feiert die Pfarrgasse Premiere als neuer Standort für die städtischen Ruheinseln.

Die Landeshauptstadt Dresden bringt das Grün zurück auf den Asphalt. Unter dem Motto „Stadtraum anders gestalten“ werden ab Ostern die Sitz- und Pflanzmodule aufgebaut, die bereits im Sommer 2024 für das Projekt angeschafft wurden. In diesem Jahr verteilt die Stadtverwaltung das Mobiliar jedoch neu: Erstmals entstehen auch in der Pfarrgasse zwischen der Haltestelle Prager Straße und der Kreuzkirche kleine Garteninseln. Damit reagiert das Rathaus auf den Wunsch der Bürger nach mehr Aufenthaltsqualität in den bislang stark versiegelten Gassen der Altstadt.

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Baustelle schränkt Platz an der Seestraße ein

Dass die Pfarrgasse in den Fokus rückt, hat auch praktische Gründe. In den vergangenen beiden Jahren prägten die mobilen Beete vor allem die Seestraße und den Dr.-Külz-Ring. Da am südlichen Ende der Seestraße jedoch derzeit das ehemalige C&A-Gebäude umgebaut wird, fehlt dort der nötige Raum für die gewohnte Gestaltung. Eine durchgehende temporäre Fußgängerzone ist wegen der Baustelleneinrichtung aktuell nicht realisierbar.

Ganz auf das gewohnte Bild müssen Passanten dort dennoch nicht verzichten: Die Stadt wird die Seestraße weiterhin mit mobilen Gärten aufwerten, allerdings auf verkürzter Strecke. Die frei gewordenen Kapazitäten nutzt die Verwaltung, um die Pfarrgasse aufzuwerten. Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) sieht darin eine Chance für die Zukunft. Laut Kühn seien nicht nur die Seestraße, sondern auch die angrenzenden Wege bisher „steinerne Räume“ mit wenig Aufenthaltsqualität. Durch die Verlagerung könne man nun Flächen begrünen, für die ohnehin eine dauerhafte Perspektive mit festen Beeten und Bäumen angestrebt wird.

Hohe Zustimmung für die Verkehrswende im Kleinen

Die Strategie der Stadtverwaltung stützt sich auf klare Zahlen aus der Vergangenheit. Ein Verkehrsversuch im Jahr 2024, bei dem die Seestraße vorübergehend zur Fußgängerzone mit viel Grün umgestaltet wurde, stieß auf enorme Resonanz. In einer begleitenden Befragung sprachen sich 86 Prozent der über 1.600 Teilnehmer für eine dauerhafte Verkehrsberuhigung und Begrünung aus. Die Bürger schätzten vor allem die Abkühlung an heißen Tagen und die gestiegene Attraktivität für den Fußverkehr.

Dennoch verliefen die bisherigen Versuche nicht völlig konfliktfrei. In früheren Debatten äußerten Gewerbetreibende und Logistiker vereinzelt Sorgen über Lieferwege und den Wegfall von Stellflächen. Die Stadt versucht nun, diese Interessen durch eine kleinteiligere Planung auszugleichen. Der Stadtbezirksbeirat Altstadt unterstützt das Vorhaben weiterhin finanziell und politisch. Aktuell wird eine Vorplanung geprüft, die neben Begrünung auch barrierefreie Wege und mehr Fahrradabstellanlagen vorsieht.

Ehrenamt pflegt die städtischen Gärten

Ein besonderer Aspekt des Projekts bleibt die soziale Komponente. Wie in den Vorjahren entstehen der Stadt durch die Nutzung der vorhandenen Elemente keine neuen Anschaffungskosten. Für den Aufbau, die regelmäßige Pflege und die Bewässerung der Pflanzen sorgen ehrenamtliche Helfer der Initiative „Chancen für Chancenlose“ des Vereins „Neuer Hafen e. V.“.

Diese temporären Maßnahmen sind Teil eines größeren Plans für die Dresdner Mitte. Bis Ende 2029 soll der südliche Promenadenring von der Seestraße bis zur Schulgasse grundlegend umgestaltet werden. Ziel ist eine klimagerechte und fußgängerfreundliche Zone, die auch im Hinblick auf die Bundesgartenschau 2033 eine zentrale Rolle spielt. Angesichts der angespannten Haushaltslage sucht die Stadt dabei nach kosteneffizienten Lösungen, um die Altstadt langfristig gegen sommerliche Überhitzung zu wappnen.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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