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Dresden meldet mehr Lebensmittelkontrollen und weniger Mängel

Eine bunte Auswahl verschiedener Speiseeis-Sorten in den Edelstahlbehältern einer Eistheke. Zu sehen sind unter anderem Erdbeereis mit einer echten Frucht, helles Eis mit Bananen- und Schokodekor sowie eine kleine Pinguin-Plastikfigur als Dekoration auf einer cremigen Eissorte.
Süße Versuchung unter strenger Aufsicht: Ob in der Eisdiele oder im Supermarkt – Dresdens Lebensmittelkontrolleure prüften im vergangenen Jahr fast 6.600 Mal unangekündigt Sauberkeit, Haltbarkeit und Kühlketten. Symbolfoto: pixabay/jacobix80
Von: Cornelius de Haas
Fast 6.600 Mal standen Dresdens Lebensmittelkontrolleure 2025 unangekündigt in Betrieben. Beanstandet wurde seltener als im Jahr zuvor, am häufigsten wegen fehlerhafter Kennzeichnung.

Dresden. Vorher anmelden müssen sie sich nicht: Fast 6.600 Mal standen Dresdens Lebensmittelkontrolleure 2025 in Betrieben quer durch die Stadt, von der Großküche bis zur Drogerie. Bei 470 von mehr als 2.800 Proben gab es Beanstandungen, rund 100 weniger als im Vorjahr, das geht aus der Jahresbilanz der städtischen Lebensmittelüberwachung hervor.

Die knapp 6.600 Kontrollen, die in der Regel unangekündigt erfolgen, waren rund 300 mehr als 2024. Erfasst waren weiterhin rund 6.400 Betriebe, vom Bauernhof über Märkte, Supermärkte und Gaststätten bis zu Apotheken, Drogerien und Tabakläden, dazu Automaten und Transportfahrzeuge. Bei einem Besuch prüfen die Fachleute unter anderem Sauberkeit, Kühlketten, Haltbarkeit und die Eigenkontrolle der Betriebe; die Proben gehen zur Untersuchung an die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen. Wie oft ein Betrieb an die Reihe kommt, richtet sich nach dem Risiko: Restaurants und Bäckereien werden häufiger geprüft, Supermärkte im Schnitt einmal im Jahr.

Die meisten Beanstandungen hätten die Kennzeichnung betroffen: In 303 Fällen seien etwa Zutatenlisten, Mindesthaltbarkeitsdaten oder Nährwertangaben fehlerhaft gewesen. Mikrobiologische Mängel blieben mit 53 Proben die Ausnahme. Gerade Angaben zu Zutaten und Allergenen sind für Menschen mit Unverträglichkeiten wichtig. Schwere Verstöße können Bußgelder oder im Extremfall eine Betriebsschließung nach sich ziehen.

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Entwicklung seit 2021: Erholung nach der Pandemie

Wie stark die Corona-Jahre die Arbeit bremsten, zeigt der Rückblick. 2021 markierte den Tiefpunkt: Lockdowns und geschlossene Gastronomie ließen die Zahl der Vor-Ort-Termine einbrechen. Die Kontrolleure schafften nur gut 5.000 Termine, nach Angaben der Stadt rund 3.000 weniger als in normalen Jahren; entnommen wurden 1.960 Proben. Seither sind beide Werte wieder gestiegen. 2025 standen knapp 6.600 Kontrollen und mehr als 2.800 Proben zu Buche, also über 800 Proben mehr als 2021. Schon damals war bei den Proben meist die Kennzeichnung fehlerhaft; an diesem Muster hat sich wenig geändert. Das Niveau der Jahre vor der Pandemie ist damit aber noch nicht wieder erreicht.

Die Zahl der erfassten Betriebe blieb über die Jahre stabil, 2021 wie 2025 waren es rund 6.400 bis 6.500. Der Anteil beanstandeter Proben bewegte sich weiter in der Größenordnung der Vorjahre; 2020 lag er bei etwa 19 Prozent, 2025 bei rund einem Sechstel. Das Team wuchs auf 39 Fachleute, 2020 waren es 34.

Gegenläufig verlief die Schlachttier- und Fleischuntersuchung: Ihre Zahl sank von fast 8.000 im Jahr 2020 und 7.658 im Jahr 2021 auf gut 5.000 im Jahr 2025. Hinzu kamen 2025 knapp 5.000 Trichinenproben bei Haus- und Wildschweinen. Der größte Teil der untersuchten Proben war am Ende nicht zu beanstanden. Über die Reihe seit 2021 zeigt sich damit eine klare Linie: mehr Kontrollen, mehr Proben, weniger Schlachtungen.

Die Lebensmittelüberwachung versteht sich auch als Ansprechpartnerin für Verbraucher. Wer vermutet, dass mit einem Produkt etwas nicht stimmt, kann sich an die Behörde wenden; neben planmäßigen Stichproben gehen die Kontrolleure auch solchen Hinweisen und Verdachtsfällen nach. Für Unternehmen und Veranstalter stehen auf der Internetseite der Stadt zudem Merkblätter zu Hygiene und Kennzeichnung bereit.

Lebensmittel im Sommer: Worauf zu achten ist

Bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit vermehren sich Krankheitserreger schneller. Die Behörde rät, leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Speisen mit rohen Eiern oder fertige Salate durchgehend zu kühlen, zügig zu transportieren und sachgerecht zu lagern; für Einkauf und Ausflug bieten sich Kühlboxen an. Beim Grillen oder Picknick sollten empfindliche Speisen erst kurz vor dem Essen bereitgestellt und warme Gerichte heiß gehalten werden. Wer zudem auf Küchen- und Handhygiene achte, senke das Risiko von Lebensmittelinfektionen.

Hinweise rund um Lebensmittelsicherheit und -hygiene stehen unter www.dresden.de/lebensmittel.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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