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Dresden führt erstes „Rundum-Grün“ für Fußgänger ein

Blick auf eine gepflasterte Straßenkreuzung in Dresden-Neustadt. Ein Arbeiter in orangefarbener Warnkleidung zieht eine weiße Linie auf dem Boden, während im Hintergrund ein Fahrradfahrer und ein weißer Transporter fahren.
Vorbereitung für das Rundum-Grün: An der „Schiefen Ecke“ in der Dresdner Neustadt wurden bereits am 22. Juni weiße Markierungslinien für das diagonale Überqueren der Kreuzung - das ab dem 30. Juni möglich ist - auf das Kopfsteinpflaster aufgetragen. Archivfoto: CdH
Von: Dresden News
Für rund 75.000 Euro hat die Stadt Dresden die Ampelanlage an der Kreuzung Rothenburger, Görlitzer und Louisenstraße umrüsten lassen. Ab dem 30. Juni gilt hier ein in Sachsen einmaliges Prinzip: Das Diagonalgrün entkoppelt den Fußverkehr vollständig von Autos und Bahnen.

Dresden. An der bekannten Kreuzung „Schiefe Ecke“ in der Dresdner Neustadt regeln die Ampeln den Verkehr ab Dienstag neu. Als erste Kreuzung im Freistaat erhält der Knotenpunkt eine Rundum-Grün-Phase, die Fußgängern das Überqueren in alle Richtungen - auch diagonal - gleichzeitig erlaubt. Während dieser Zeit steht der gesamte Fahrverkehr still.

Freie Bahn für Fußgänger an der „Schiefen Ecke“

Die Stadt Dresden nimmt am Dienstag, 30. Juni 2026, eine neuartige Ampelschaltung an der Kreuzung Rothenburger, Görlitzer und Louisenstraße in Betrieb. Das neue Konzept entkoppelt den Fußverkehr vollständig vom restlichen Verkehrsfluss. Sobald die Fußgängerampeln auf Grün schalten, zeigt die Anlage für Autos, Fahrräder und die Straßenbahn Rot.

Durch diese Trennung entfallen die typischen Konflikte mit abbiegenden Fahrzeugen, was die Verkehrssicherheit an der belebten Kreuzung im Stadtteil Neustadt erhöhen soll. Zudem entfällt für Passanten, die die Kreuzung über Eck wechseln möchten, das Warten an zwei separaten Ampeln. Als Kehrseite der neuen Schaltung müssen alle Verkehrsteilnehmer mit etwas längeren Wartezeiten während der Rotphasen rechnen. Das Infrastrukturprojekt wird von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) unterstützt und ist Teil des übergeordneten Konzepts „Louisenstraße im Wandel“, das die Aufenthaltsqualität und Sicherheit im Quartier verbessern soll.

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Stadt prüft Übertragung auf andere Kreuzungen

Die Anpassung der Kreuzung erforderte sowohl technische als auch bauliche Maßnahmen. Im Rahmen turnusmäßiger Wartungsarbeiten erneuerte das Unternehmen Yunex GmbH das Steuergerät der Ampelanlage und installierte zusätzliche Signalgeber für Fußgänger. Um das diagonale Überqueren auch visuell zu verdeutlichen, wurden seit Beginn vergangener Woche entsprechende Markierungen auf die Fahrbahn aufgebracht. Die Gesamtkosten für den Umbau belaufen sich auf rund 75.000 Euro.

„An der sogenannten Schiefen Ecke gehen wir neue Wege“, erklärt Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn. „Das Rundum-Grün bietet dem Fußverkehr erstmals an einer Kreuzung in Dresden Grün-Phasen, die eine vollständige Wegefreiheit bieten. Ein echter Komfortgewinn.“ Die Stadtverwaltung will die Abläufe in der Praxis genau analysieren. Laut Kühn wird geprüft, ob sich das Modell des Rundum- und Diagonalgrüns künftig auf weitere kleine oder mittelgroße Kreuzungsbereiche im Stadtgebiet übertragen lässt.

Bürger können online abstimmen

Die Verwaltung verbindet die technische Umstellung mit einer Bürgerbefragung. Parallel zur Inbetriebnahme wird im Rahmen der bestehenden Online-Umfrage zum Projekt „Louisenstraße im Wandel“ eine spezifische Frage zur neuen Ampelregelung freigeschaltet. Bis Ende Oktober 2026 haben Einwohner die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Bewertungen zu der Neuerung abzugeben. Die Teilnahme sowie weiterführende Informationen zum Umgestaltungsprojekt sind auf der Website der Stadt Dresden unter www.dresden.de/louisenstrasse abrufbar.

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