Dresden. Es ist ein stiller, schwerer Ort. Vor dem Landgericht Dresden - in dem Marwa El-Sherbini im Sommer 2009 aus rassistischem und islamfeindlichem Hass ermordet wurde - erinnert seit Montag, 22. Juni 2026, eine Gedenkstele an die junge Frau. Sie soll bewahren, was kein Urteil zurückbringen kann: ihren Namen und ihre Geschichte. Zum 17. Jahrestag der Tat lädt die Stadt am Mittwoch, 1. Juli, in den nach ihr benannten Park zur Gedenkveranstaltung, wie die Stadt Dresden mitteilte.
Marwa El-Sherbini war eine junge Frau, als ihr Leben endete. 1977 im ägyptischen Alexandria geboren, war sie Sportlerin und Pharmakologin, arbeitete als Apothekerin und lebte mit ihrer Familie in Dresden. Hergekommen sei sie, um hier zu leben und zu arbeiten, um Teil dieser Stadt zu sein, erinnerte Nataliya Heletiy-Luka vom Integrations- und Ausländerbeirat bei der Vorstellung der Stele. Am 1. Juli 2009 sagte die Apothekerin im Landgericht als Zeugin gegen einen Mann aus, der sie zuvor beschimpft hatte. Ausgerechnet an einem Ort, der für Schutz und Recht steht, wurde sie getötet. Den rechtsextremen Täter verurteilte das Gericht am 11. November 2009 wegen Mordes zu lebenslanger Haft und stellte die besondere Schwere der Schuld fest.