Dresden baut einen der fünf gefährlichsten Schulwege um
Dresden. Der Sommer wird zur Baustellensaison für Dresdens Fußgänger. Gleich fünf Stadtteile bekommen im Juni neue oder sanierte Gehwege - von der Inneren Neustadt über Löbtau-Nord und Friedrichstadt bis nach Kleinzschachwitz und Klotzsche. Das erklärte Ziel der Stadt: mehr Verkehrssicherheit, intakte Wege und an einigen Stellen auch sicherere Schulwege.
Den Den Auftakt macht die Löwenstraße in der Inneren Neustadt - und hinter der nüchternen Bauankündigung steckt mehr, als es zunächst scheint. Der östliche Fußweg zwischen Holzhofgasse und Hausnummer 6 erhält bis Ende Juni neue Betonplatten, dazu werden die Fahrbahnborde neu gesetzt. Kostenpunkt: rund 22.000 Euro, ausgeführt von der Sächsischen Straßen- und Tiefbaugesellschaft aus Bannewitz. Der Fußweg ist währenddessen voll gesperrt, Zugänge zu den Häusern bleiben aber jederzeit frei.
Der eigentliche Grund liegt direkt nebenan: Die 4. Grundschule „Am Rosengarten" an der Löwenstraße gehört zu den fünf Dresdner Schulen mit der höchsten Gefährdungslage auf dem Schulweg. Grundlage ist ein Stadtratsbeschluss von 2021, für den die Stadt die Schulwege aller Grundschulen systematisch untersucht hat. Die Sanierung bereitet die Schulwegsicherung an dieser Schule baulich vor - weitere Maßnahmen wie Gehwegvorstreckungen, „Elterntaxi"-Haltestellen und neue Fußgängerüberwege sollen folgen. Insgesamt steckt Dresden 2026 rund 8,4 Millionen Euro in sichere Fuß- und Radwege, ein Schwerpunkt liegt dabei ausdrücklich auf den Schulwegen.
Fußwegsanierung Löbtau-Nord: Halbseitige Sperrung auf der Braunsdorfer Straße
Ab Dienstag, 16. Juni, folgt der südliche Fußweg der Braunsdorfer Straße in Löbtau-Nord, zwischen Rudolf-Renner-Straße und Gohliser Straße. Auch hier kommen Betonplatten zum Einsatz. Für die Bauzeit wird die Fahrbahn halbseitig gesperrt und zur Einbahnstraße. Anschließend, voraussichtlich Anfang Juli, schließt sich der Abschnitt zwischen Burgkstraße und Am Lerchenberg an.
Abgestimmt sind die Arbeiten mit der Telekom: Erst wird Glasfaser verlegt, dann die Decke über die gesamte Breite geschlossen. So muss die Straße nicht zweimal aufgerissen werden. Die Kosten liegen bei rund 49.000 beziehungsweise 22.500 Euro für die beiden Abschnitte.
Weg 70 in Friedrichstadt: Aus dem Angstraum wird ein offener Platz
Das mit Abstand größte Vorhaben rollt Ende Juni in der Friedrichstadt an. Der öffentliche Weg 70 zwischen Seminarstraße und Wachsbleichstraße – parallel zur Adlerstraße - wird komplett erneuert und vom reinen Fußweg zum Fuß- und Radweg aufgewertet. Durch eine Begradigung will die Stadt bisherige Angsträume entschärfen.
Besonders im Bereich der Zugänge zum Beruflichen Gymnasium für Biotechnologie und Ernährungswissenschaften sowie zum Klinikum Friedrichstadt soll ein offener Platz entstehen - mit Sitzgelegenheiten, einem öffentlichen Bücherschrank, einem Tischkicker und neuen Fahrradständern. Dazu kommen eine neue Beleuchtung, sieben Bienenbäume und zahlreiche Sträucher. Während der Bauzeit ist der Weg nicht nutzbar. Mit rund 485.000 Euro ist es das teuerste der Juni-Projekte.
Gehweg Kleinzschachwitz: Neuer Belag an der Johannes-Brahms-Straße
Bereits im Gange ist die Instandsetzung an der Johannes-Brahms-Straße in Kleinzschachwitz, zwischen Bernhard-Shaw-Straße und Hausnummer 26. Bis Ende Juni bekommt der Weg neues Betonpflaster, beschädigte Bordsteine werden ersetzt. Dafür ist eine abschnittsweise Vollsperrung von Geh- und Fahrbahn nötig.
Die ausführende Firma SAZ aus Heidenau hat Anlieger und Anwohner vorab informiert; Zuwegungen und Zufahrten bleiben erhalten. Die Kosten betragen rund 89.000 Euro. Das Stadtbezirksamt Leuben steuert davon 23.000 Euro bei.
Klotzsche folgt: Sichere Schulwege am Boltenhagener Platz und an der Grenzstraße
Den Abschluss bilden zwei Vorhaben in Klotzsche: der südöstliche Fußweg am Boltenhagener Platz sowie ein Abschnitt der Grenzstraße zwischen den Hausnummern 26b und 28. Beide dienen der Verkehrssicherheit und der Schulwegsicherung und erhalten neue Oberflächen aus Betonpflaster.
Die Kosten liegen bei jeweils rund 36.000 Euro. Wann genau die Bagger hier anrücken, will die Stadt allerdings noch gesondert mitteilen. Bis dahin gilt für Fußgänger in fast allen betroffenen Vierteln: Umwege einplanen - und sich auf merklich glattere Wege freuen.