Dresden. Wer im vergangenen Mai die Prager Straße entlangging und sich fragte, warum die Bühnen so anders standen als in den Jahren zuvor, dem sei gesagt: Es war kein gestalterischer Einfall. Es war Notlösung. Wegen Sicherheitsauflagen der Stadt, die Mehrkosten von bis zu 120.000 Euro für den Terrorschutz verursacht hätten, musste das Festival sein Freiluftprogramm in nur vier Wochen umplanen. Die Jazzmeile schrumpfte von sieben Bühnen in der Altstadt auf drei an der Prager Straße. Dem Verein blieb ein Defizit von mehr als 60.000 Euro.
Dahinter steckt eine Frage, die weit über das Dixielandfestival hinausreicht: Wer zahlt, wenn der Staat Großveranstaltungen im öffentlichen Raum mit Sicherheitsauflagen belegt? Der Veranstalter, ein gemeinnütziger Verein ohne staatliche Grundfinanzierung, hat das im vergangenen Jahr deutlich gesagt. Man trage weder Verantwortung für die Terrorgefahr noch habe man zu ihrer Entstehung beigetragen. Sollte die finanzielle Zuständigkeit dauerhaft beim Verein bleiben, werde das zum Ende wesentlicher Teile der Kulturlandschaft führen. Für 2026 haben Stadt und Veranstalter eine Lösung gefunden. Ob sie dauerhaft trägt, wird man spätestens beim 55. Festival wissen.
44 Bands aus acht Ländern: Das Programm 2026
44 Bands und Solisten aus acht Ländern, 276 Stunden Live-Musik, 51 Veranstaltungen an 60 Spielorten. Bis zu 350.000 Besucher werden bei gutem Wetter erwartet. Pressesprecher Hendrik Meyer sagt, das Festival habe sich in den letzten Jahren konsequent verjüngt, „ohne seine Wurzeln zu verleugnen". Und er beschreibt, was das konkret bedeutet: „Wir haben junge Bands, die auf international höchstem Niveau spielen, absolut stilsicher im Traditional Jazz sind, eigene Kompositionen mitbringen und dabei einen Entertainmentfaktor haben, der auch ein erfahrenes und kritisches Dresdner Publikum überzeugt. Das ist kein Kompromiss. Das ist die Zukunft dieser Musik."

