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Carolabrücke Dresden: Der Drittplatzierte will die beiden Favoriten aus der Wertung kippen

Visualisierung des Brückenentwurfs von Grassl mit Stadtbalkon. Menschen stehen an einem Rauten-Geländer und blicken über die Elbe auf die Dresdner Altstadt mit der Frauenkirche.
Der Entwurf des Ingenieurbüros Grassl für die neue Carolabrücke in Dresden mit Stadtbalkon und Altstadtblick: Vor der Abstimmung am 3. September fordert Grassl per Rüge den Ausschluss der erstplatzierten Konkurrenten. Visualisierung: GRASSL
Von: Dresden News
Kurz vor der entscheidenden Stadtratsabstimmung über die neue Carolabrücke brennt die Hütte: Das Büro Grassl schaltet Anwälte ein und fordert den Ausschluss der führenden Entwürfe. Welcher harten Vorwürfe sich die Sieger nun erwehren müssen.

Dresden. Kurz vor der Stadtratsabstimmung über die neue Carolabrücke fordert das drittplatzierte Ingenieurbüro Grassl den Ausschluss der beiden führenden Entwürfe. Wie die Sächsische Zeitung (SZ) berichtet, hat der geschäftsführende Gesellschafter Hans Grassl über seine Anwälte eine Rüge bei der Stadt eingereicht und verlangt, die Entwürfe von LAP und FHECOR/TSSB aus der Wertung zu nehmen. Setzt er sich durch, rückt sein eigener Entwurf nach vorn.

Grassl beruft sich auf ein Gutachten von Fachanwälten. Bereits in einer Pressemitteilung vom 15. August hatte das Büro das Begleitgremium gebeten, die Entwürfe noch einmal eigenständig zu bewerten. Als strittige Punkte nennt es die Genehmigungsfähigkeit, den Hochwasserabfluss, die Barrierefreiheit und die städtebauliche Einbindung. Die beiden Favoriten seien nach Grassls Auffassung nicht ohne aufwendiges Planfeststellungsverfahren genehmigungsfähig. Belegt ist das nicht, die Stadt prüft die Entwürfe noch. Nach SZ-Angaben setzten Grassls Anwälte mit der Rüge eine Frist bis Freitag, 14 Uhr.

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Die kritisierten Büros weisen die Vorwürfe zurück. TSSB-Chef Jan Tröber spricht laut SZ von einem Versuch, im Verfahren zu bleiben. LAP erklärt in seiner Stellungnahme, der Entwurf sei nach der Aufgabenstellung der Stadt entwickelt und von der Expertenkommission einstimmig auf Platz eins gesetzt worden. „Wir sehen keinen Ausschlussgrund", sagt Prokurist Tobias Mansperger.

LAP hat selbst eine Rüge eingereicht, richtet sie aber gegen den Ablauf des Verfahrens. Das Büro sieht politische statt fachlicher Argumente am Werk und fürchtet dadurch Vergabefehler. Nach SZ-Angaben verlangt LAP, dass der Stadtrat nur über die eingereichten Entwürfe abstimmt, nicht über spätere Umplanungen. Das hatten die Architekten bereits bei einem Pressetermin am Dienstag kundgetan.

Die Stadt erwartet laut SZ keinen Ausschluss und keine Entscheidung bis Freitag. Maßgeblich sei der Beschluss des Stadtrats. Über den Siegerentwurf wird am 3. September abgestimmt.

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