Am Schlesischen Platz wird gebaut – für 800 Fahrräder
Wer in den nächsten Wochen mit dem Auto zum Bahnhof Neustadt will, muss umplanen: Ab Montag, 13. April, wird der Schlesische Platz für sechs Wochen für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Parken ist in dieser Zeit ebenfalls nicht möglich. Der Grund ist ein Projekt, das seit Jahren auf sich warten ließ: Dresden baut dort ein Fahrradparkhaus.
Die vorbereitenden Tiefbauarbeiten kosten rund 200.000 Euro. Dabei werden Pkw-Stellplätze zurückgebaut, Verkehrsinseln angepasst und die Platzentwässerung umgelegt. Eine Bedarfshaltestelle für Busse entsteht auf der Dr.-Friedrich-Wolf-Straße. Fußgänger und Radfahrer werden um das Baufeld herumgeführt, der Linienbusverkehr bleibt aufrechterhalten – Haltestellen werden aber teils verlegt; die Verkehrsunternehmen informieren direkt vor Ort.
Schlesischer Platz: Sperrung und Umleitungen zum Bahnhof Neustadt
Nach Abschluss dieser Vorbereitungsphase soll im Spätsommer der eigentliche Bau beginnen. Entstehen wird ein dreigeschossiges Gebäude mit rund 1.200 Quadratmetern Grundfläche, entworfen vom Dresdner Architekturbüro Knerer und Lang, das 2022 einen städtischen Planerwettbewerb gewann. 800 Stellplätze und 92 Schließfächer sind geplant. Das Gebäude öffnet sich mit seiner Fassade zum Platz hin – eine Photovoltaikanlage soll Strom für Beleuchtung und E-Bike-Ladestellen liefern. Nachts soll ein dimmbares LED-System das Haus in wechselnden Farben erscheinen lassen. Im Erdgeschoss sind eine Fahrradwerkstatt und ein kleiner Shop vorgesehen, dazu ein Vorplatz mit frei zugänglichem Werkzeug und Luftpumpe.
Der Bedarf ist seit Langem dokumentiert. Derzeit gibt es am Bahnhof Neustadt lediglich 228 Fahrradstellplätze, viele davon nur teilweise überdacht. Schon das Radverkehrskonzept von 2014 stellte fest, dass diese Kapazität nicht ausreicht – besonders sichere, wettergeschützte Plätze fehlen, auch weil E-Bikes die Räder teurer machen. Der Stadtrat stimmte dem Projekt im März 2025 mit deutlicher Mehrheit zu, AfD und Team Zastrow votierten dagegen, die CDU enthielt sich.
Fahrradparkhaus Dresden-Neustadt: Ausstattung, Bedarf und Beschlusslage
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,8 Millionen Euro. Das Bundesamt für Logistik und Mobilität fördert das Vorhaben aus dem Programm „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen" mit 2,4 Millionen Euro, der städtische Eigenanteil beträgt 1,4 Millionen Euro. Mit den Tiefbauarbeiten ist die Sächsische Straßen- & Tiefbaugesellschaft aus Bannewitz beauftragt.