Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen einen 20-jährigen polnischen Staatsangehörigen wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs erhoben. Die Anklage richtet sich an die Jugendkammer des Landgerichts Dresden.
Nach den Ermittlungen soll der Beschuldigte zwischen Juni und September 2025 als Geldabholer für eine auf Schockanrufe spezialisierte Tätergruppe eingesetzt worden sein. In sechs Fällen habe er Bargeld und Schmuck im Gesamtwert von rund 634.000 Euro bei älteren Menschen entgegengenommen. Die Geschädigten waren zwischen 79 und 92 Jahre alt.
Die Opfer waren zuvor telefonisch kontaktiert worden. Dabei hätten sich die Anrufer als Polizisten oder Ärzte ausgegeben und Notlagen vorgetäuscht, um die Herausgabe von Wertgegenständen zu erreichen. In einem weiteren Fall blieb es beim Versuch, nachdem eine 85-jährige Frau in Dresden den Betrug erkannte und das Gespräch beendete.
Der Beschuldigte wurde am 26. September 2025 in Plauen nach einer Geldübergabe festgenommen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist er nicht vorbestraft und hat sich teilweise geständig eingelassen. Das Landgericht Dresden wird nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.