Anderthalb Monate nach dem Ausbruch eines Tigers aus einer privaten Haltung bei Leipzig haben die Behörden sechs Tiger von dort abtransportieren lassen. Sie wurden an eine Tierschutzorganisation übergeben und sollen in eine Auffangstation nach Spanien gebracht werden, wie das zuständige Landratsamt Nordsachsen mitteilte. Hintergrund seien Tierschutzbelange: Das Areal im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig bei Leipzig sei für die Anzahl der Tiger zu klein gewesen.
Die Polizei und das nordsächsische Veterinäramt rückten am Morgen zu einem größeren Einsatz an. 25 Polizeikräfte sicherten das Gelände weiträumig ab, um eine Gefährdung der Bevölkerung auszuschließen. Vor Ort war zu sehen, dass mit einem Gabelstapler Transportboxen in verschiedene Fahrzeuge und Anhänger geladen wurden.
Die Anlage in einem Gewerbegebiet nahe der Autobahn 9 gehört einer ehemaligen Zirkusartistin. Mitte Mai war dort ein ausgewachsener männlicher Tiger ausgebrochen. Ein 72 Jahre alter Helfer wurde dabei schwer verletzt. Das Tier wurde von der Polizei in der Nähe einer Kleingartenanlage erschossen.