Jedes Smartphone, jeder Computer und auch viele Spielzeuge enthalten Leiterplatten. Auf ihr sitzen die elektronischen Bauteile, die das Gerät funktionieren lassen. Genau diese Platinen bestehen meist aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff, der sich nur schwer recyceln lässt.
Ein Team der TU Bergakademie Freiberg hat nun eine kompostierbare Alternative entwickelt. Der Rohstoff dafür fällt in der Zitronensäureproduktion als Abfall an.
Aus Pilzresten wird eine Leiterplatte
Bei der Herstellung von Zitronensäure bleibt ein Geflecht feiner Pilzfäden zurück. Fachleute nennen es Pilzmyzel. Es stammt vom Schimmelpilz Aspergillus niger und wurde bisher meist entsorgt.
Die Freiberger Forschenden formen daraus ein kunststoffähnliches Material. Sie bringen die Pilzmasse in Form und trocknen sie an der Luft. So entsteht eine Platte mit einer ähnlichen Dichte wie herkömmliche Leiterplatten. Anschließend bringt das Team elektronische Bauteile direkt auf dem neuen Material an.
Nach Angaben von Nina Oehlsen, Doktorandin an der TU Freiberg und Erstautorin der Studie, erwies sich das Material in Labortests als stabil und hitzebeständig. Für erste Prototypen und einfache elektronische Anwendungen wie Umweltsensoren, Spielzeuge oder Alltagsprodukte sei es bereits geeignet. Bevor es herkömmliche Leiterplatten ersetzen könne, müsse das Material jedoch weiter getestet und so verbessert werden, dass es weniger Wasser aufnimmt.