Talsperren halten Trinkwasser zurück, schützen vor Hochwasser und können zur Energieversorgung beitragen. Aber wie sicher sind ihre Mauern? Gerade unter Wasser, wo sie nur schwer zugänglich sind? Forschende der Technische Universität Bergakademie Freiberg haben dafür jetzt einen Tauchroboter entwickelt.
Die Talsperre Malter bei Dippoldiswalde ist ein gutes Beispiel. Ihre Staumauer stammt noch aus der Kaiserzeit. Gebaut wurde sie, nachdem die Weißeritz beim Hochwasser von 1897 ungebremst 19 Menschen das Leben kostete und Häuser, Brücken sowie Bahnstrecken zerstörte. Viele Talsperren in Deutschland sind über 100 Jahre alt. Gleichzeitig steigen durch den Klimawandel die Belastungen, etwa durch Starkregen, längere Trockenperioden oder stärkere Schwankungen der Wasserstände. Das macht regelmäßige und möglichst genaue Kontrollen wichtiger als früher.
Doch die Unterwasserseite einer Staumauer ist schwer erreichbar. Bisher sind solche Inspektionen aufwendig, teuer und oft mit Risiken für Tauchteams verbunden. Genau da setzt das Freiberger Projekt "SUBmarIne" an.
Mehr Sicherheit bei weniger Aufwand
Beim ersten Testlauf begleiten menschliche Taucher den Roboter noch. Der wissenschaftliche Mitarbeiter Richard Gruhn führt parallel eine zweite Kamera. In Zukunft soll der Roboter eigenständig eingesetzt werden – als System, das zunächst die komplette Staumauer erfasst. Danach entscheidet das Team, welche Stellen die Taucher genauer prüfen sollen. "So kann sich das Tauchteam bei nachfolgenden Einsätzen gezielt auf kritische Bereiche konzentrieren. Das spart Zeit, reduziert Kosten und erhöht die Sicherheit", fasst Grab die Vorteile zusammen.
Technologien wie diese könnten die Inspektion kritischer Infrastruktur grundlegend verändern. Statt einzelner Stichproben wären regelmäßige, flächendeckende Kontrollen möglich. Schäden könnten auf diese Weise früher erkannt werden, bevor sie zu einem Sicherheitsrisiko werden.