Die Mehrheit der Medizinstudierenden in Sachsen ist offen für eine Niederlassung und selbst für eine Praxis auf dem Lande. Das ergab eine Befragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) an Hochschulen des Freistaates. Demnach können sich 71 Prozent der Befragten eine künftige Niederlassung vorstellen, 21 Prozent sind unentschlossen und 8 Prozent lehnen das ab. Die Ergebnisse dieser Stichprobe zeichneten ein Stimmungsbild der Einstellungen der Studierenden, hieß es.
Gute Infrastruktur Voraussetzung für Niederlassung
Stipendien oder Zuschüsse zur Praxisgründung seien wichtig und würden von den Studierenden ausdrücklich nachgefragt, betonte TK-Chef Alexander Krauß. Politik und Selbstverwaltung sollten die Angebote gezielt ausbauen.
Zugleich müssten ländliche Kommunen ihre Standortvorteile sichtbar machen: Eine gute Infrastruktur, Hilfe bei Praxisgründung und Wohnungssuche sowie verlässliche Bildungsangebote für Kinder könnten den Ausschlag geben, damit sich junge Ärztinnen und Ärzte dauerhaft für eine Niederlassung vor Ort entschieden.
Nachbesetzung von Arztpraxen auf dem Lande ein Problem
Nach den Worten von Stefan Windau, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, erschwert der demografische Wandel insbesondere in den ländlichen Regionen Sachsens die Nachbesetzung von Arztpraxen. «Die Förderung der Weiterbildung sowie der vertragsärztlichen Tätigkeit ist hier ein Baustein, um auch zukünftig eine flächendeckende ambulante Versorgung zu gewährleisten. Entscheidend sind jedoch auch gesamtgesellschaftlich funktionierende Infrastrukturen in den Regionen.»