Etwa neun von zehn Lehrerinnen und Lehrern an sächsischen Schulen steigen vorzeitig aus ihrem Beruf aus. Das ergab eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Luise Neuhaus-Wartenberg und Juliane Nagel (beide Linke) im Landtag. Sie halten die Zahl für alarmierend. Im Schuljahr 2024/2025 gab es insgesamt 1.601 Abgänge von Lehrkräften, 1.377 beendeten den Dienst vor dem normalen Renteneintritt.
Mehrarbeit ist an Schulen Alltag
«Es muss sich dringend etwas an den Arbeitsbedingungen ändern», sagte Neuhaus-Wartenberg der Deutschen Presse-Agentur. Die Arbeitszeitstudie des Kultusministeriums habe gezeigt, dass Mehrarbeit für Lehrkräfte an den sächsischen Schulen Alltag und auf Dauer nicht leistbar sei. Kultusminister Conrad Clemens (CDU) müsse jetzt seine Maßnahmen überarbeiten und endlich für Entlastung sorgen.
Auch für Burkhard Naumann, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), liegen die Gründe für einen vorzeitigen Abschied vom Schuldienst auf der Hand. «Die Belastung im Lehrberuf ist immens und für viele Lehrkräfte bis zum Rentenalter nicht zu schaffen. Die Aufgaben nehmen immer weiter zu, während auch die pädagogischen Herausforderungen bei der Schülerschaft steigen.»