Deutschland und seine Verbündeten brauchen nach Ansicht von Bundeswehr-Kommandeur Marco Tkotz mehr denn je ein wehrhaftes Verteidigungsbündnis. «Um einen möglichen Krieg zu verhindern und Frieden zu sichern, hilft nur eine glaubhafte Abschreckung», sagte der Oberst im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe darum, einen potenziellen Aggressor abzuschrecken. «Er muss sehen, was die Bundeswehr als Teil der Nato zu leisten vermag.» Es gelte wachsam zu sein. Die Landes- und Bündnisverteidigung sei Schwerpunkt für die Bundeswehr.
Bedrohung in erster Linie durch Russland
Eine Bedrohung sieht Tkotz in erster Linie durch Russland und seine gegenwärtige Führung. Er verwies auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Aussagen von Präsident Wladimir Putin aus den vergangenen Jahren in Erinnerung würden sich wie bei einem Puzzle zu einem Bild fügen. «Wenn es irgendwann zum Frieden zwischen Russland und der Ukraine kommt, dann wird die Welt nicht wieder genauso sein, wie sie vorher war.» Die Bedrohung verschwinde nicht von allein, sie erfordere ein aktives Handeln.
Diskurs über Frieden und Verteidigung wichtig
Der Oberst hält den Diskurs in der Gesellschaft über solche Fragen für dringend erforderlich. «Ich würde gern einmal auf einem der Ostermärsche darüber zu den Teilnehmern sprechen. Wir müssen den Menschen genau erklären, warum wir eine glaubhafte Abschreckung brauchen.» Auch das Landeskommando Sachsen spiele dabei eine Rolle. Der Freistaat sei ein Transitland für Verlegung von Truppen gen Osten und in Richtung Baltikum. Das müsse reibungslos und ohne Verzögerung klappen - als würde ein «warmes Messer durch die Butter gehen», wie es Tkotz ausdrückt.