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Pharmakonzern GSK wegen Schließungsplänen kritisiert

Pharmakonzern GSK wegen Schließungsplänen kritisiert
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat den Pharmakonzern GSK für seine Schließungspläne in Sachsen kritisiert. / Foto: Katharina Kausche/dpa
Ministerpräsident Kretschmer findet im Landtag klare Worte zu den Schließungsplänen des Pharmakonzerns GSK in Dresden.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat den britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) für seine Schließungspläne am Dresdner Standort deutlich gerügt. «Ich kritisiere in aller Form zunächst einmal die Art und Weise, wie die Beschäftigten über diese Schließung erfahren haben», sagte er im Landtag. Die Beschäftigten hätten nichtsahnend auf dem Hof ihres Betriebes von den Plänen erfahren. «Das ist keine Art und Weise eines Umgangs mit Menschen, die über Jahre und Jahrzehnte zu einem Betrieb, zu einem Unternehmen gestanden haben, in guten wie in schlechten Zeiten.»

«Wir kritisieren auch in aller Form, dass dieses Unternehmen in keiner Weise bemüht ist, neue Produkte an diesen Standort zu bringen (...)», betonte Kretschmer. Man hätte auch gemeinsam mit der Regierung und dem hier vorhandenen Ökosystem überlegen können, was man anstelle der Impfdosen produzieren könnte. «Das hat nichts mit Verantwortung für Eigentum zu tun (...) Wer Eigentum hat, ist nach unserer Verfassung auch verpflichtet, sorgsam damit umzugehen.»

GSK will Produktion nach Kanada verlagern

GSK hatte in der Vorwoche angekündigt, seinen Standort in Dresden mit knapp 650 Mitarbeitern bis zum Sommer 2028 zu schließen. Die Produktion von Grippeimpfstoffen soll künftig im kanadischen Standort Ste-Foy gebündelt werden. Grund seien die weltweit rückläufige Nachfrage sowie bestehende Überkapazitäten, hieß es. 

Firmen wie GSK werden bei der nächsten Pandemie gebraucht

Kretschmer zufolge müssen sich Deutschland und Europa die Frage stellen, wie ein wichtiger Produktionsstandort für Impfmittel auch in Zukunft erhalten werden kann. «Denn meiner Meinung nach kann unser Land nicht darauf verzichten. Wir sollten aus der vergangenen Pandemie gelernt haben, als wir in einer absoluten Notsituation gewesen sind.» Man werde solche Einrichtungen bei der nächsten Pandemie, bei den nächsten Krisen brauchen, betonte Kretschmer und warb für Unterstützung.

Regierungschef mahnt bessere Wettbewerbsbedingungen an

Zugleich mahnte Kretschmer bessere Wettbewerbsbedingungen in Deutschland an. In Deutschland koste eine Kilowattstunde Strom 35 Cent, in Kanada nur 10. Dort gebe es auch keine kommunale Abwasserrichtlinie der Europäischen Union und keine Verpackungsverordnung. «Ich will damit sagen: Das eine ist die Aufforderung an dieses Unternehmen, sich anständig zu verhalten.» Die andere Frage laute: «Was können wir tun, um unseren Wirtschaftsstandort Deutschland zu verbessern?»

Kretschmer: Flinte jetzt nicht ins Korn werfen

«Ich möchte uns alle ermuntern, jetzt nicht die Flinte ins Korn zu werfen, sondern an der Seite der Beschäftigten und der Gewerkschaft uns dafür einzusetzen, dass dieser Standort eine Zukunft hat, und zwar als Pharmastandort, als Produktionsstandort», schloss Kretschmer seine Rede.

In der anschließenden Debatte warf die AfD ihm vor, selbst für schlechte Wettbewerbsbedingungen zu sorgen. Vertreter anderer Fraktionen stellten klar, dass die AfD in der Corona-Pandemie die Wirksamkeit von Impfstoffen immer wieder infrage stellte und damit für ein Misstrauen in der Bevölkerung sorgte.

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