Malen nach Zahlen klingt irgendwie langweilig – aber: es ist gelingsicher. Radeln nach Zahlen ist ebenfalls gelingsicher – und gleichermaßen spannend wie entspannt. Dank der grandiosen Idee des belgischen Bergbauingenieurs Hugo Bollen gibt es mittlerweile ein länderübergreifendes Radwegenetz, in dem man von Kreuzungspunkt zu Kreuzungspunkt radelt und so stressfrei vorankommt.
Entwickelt hat Bollen das Projekt zum Aufbau eines Rad- und Fußwegenetzes im belgischen Limburg, wo Ende des vorigen Jahrhunderts Bergwerke geschlossen wurden. Tourismus sollte folgen – und zwar naturnaher. Bollen entwickelte ein benutzerfreundliches Beschilderungssystem, die Knooppunten (Knotenpunkte). So entstand ein Netz, in dem sich jede(r) eine eigene Tour zusammenstellen kann. Das gesamte Netz ist in beide Richtungen deutlich ausgeschildert, Übersichtskarten an den Knotenpunkten erleichtern die Orientieren – und mittlerweile gibt es natürlich auch Apps, mit denen man planen kann, um dann die Tour abzufahren und/oder aufzuzeichnen (ich nutze fietsknoop.nl am Computer zur Planung und als App zum Tracken). Und obwohl es allein in den Niederlanden um die 10.000 solcher Knotenpunkte gibt, kommen sie mit zweistelligen Zahlen (00 bis 99) aus – viele kleine Netze fügen sich so zum großen, und eine Tour kann durchaus 34 km lang von der 30 (in Purmerend) zur 30 (bei Egmond aan Zee) führen – mit 15 Zwischenzielen im Abstand von einem bis vier Kilometern.