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Geschädigte Fichten sind wertvoller als gedacht

Abgestorben, aber nicht wertlos: Durch Dürre und Borkenkäfer geschädigte Fichten. Das IHD Dresden erforscht ihre Verwertung.
Kahle Stämme, keine Nadeln: Ein Fichtenbestand nach Borkenkäferbefall. Dresdner Forschende zeigen, wie das Schadholz noch genutzt werden kann. © pixabay/Hans
Von: Wissensland
Millionen Fichten sind seit 2019 durch Dürre und Borkenkäfer abgestorben. Was passiert mit dem ganzen Holz? Dresdner Forschende zeigen nun: Vieles davon ist besser als gedacht und lässt sich noch zu hochwertigen Produkten verarbeiten – oder sogar als Pilzzucht-Substrat nutzen.

Seit 2019 sterben Fichten in deutschen Wäldern massenhaft. Trockenheit schwächt die Bäume, der Borkenkäfer erledigt den Rest. Zurück bleiben sogenannte Dürrständer – abgestorbene Bäume, die noch aufrecht im Wald stehen. Oft verliert dieses Holz mit der Zeit an Qualität. Forschende des Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) zeigen nun jedoch, dass sich ein Teil davon weiterhin hochwertig nutzen lässt.

Pilze, Proben und eine Bohrmaschine

Im Projekt NUKAFI haben Wissenschaftler des IHD untersucht, wie sich Qualität und Nutzbarkeit des Schadholzes mit der Zeit verändern. Dafür analysierten sie Holzproben aus dem Wald und aus Trockenlagern. Sie maßen mechanische Eigenschaften wie die Festigkeit, untersuchten den Pilzbefall und testeten eine besondere Methode zur Holzprüfung, die sogenannte Bohrwiderstandsmessung. Dabei wird ein feiner Bohrer ins Holz geführt. Der Widerstand zeigt an, ob im Inneren bereits Fäule entstanden ist.

Kalamitätsholz, also Holz aus geschädigten Beständen, kann ohne sichtbare Pilzschäden ähnlich stabil sein wie gesundes Holz, erklären die Forschenden nun. Daraus lassen sich weiterhin hochwertige Holzprodukte herstellen, sofern das Material vorher sorgfältig sortiert wird.

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Die Wissenschaftler fanden zudem einen unerwarteten zusätzlichen Nutzen. Das geschädigte Holz eignet sich als Substrat für die Zucht von Speisepilzen. Erste Versuche zeigen, dass sich darauf Austernseitlinge in marktüblichen Mengen kultivieren lassen. Die Ergebnisse des Projekts fließen in einen Praxisleitfaden ein, der nach Freigabe kostenlos über die Projektdatenbank der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) abrufbar sein wird. Gefördert wurde das Vorhaben durch den Waldklimafonds des Bundes.

Die Studie zeigt damit: Selbst geschädigtes Fichtenholz kann unter bestimmten Bedingungen weiterhin sinnvoll genutzt werden.

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