Ein verheerender Sturm trifft zwei Regionen gleich stark. In der einen sterben wenige Menschen. In der anderen sterben viele. Warum? Die Antwort liegt nicht allein im Auftreten solcher Klimakatastrophen.
Forschende der Universität Leipzig haben mehr als 7.000 wetter- und klimabedingte Katastrophen zwischen 1990 und 2020 ausgewertet. Ob Menschen eine Überschwemmung oder einen Wirbelsturm überleben, hängt laut der Untersuchung nicht nur von der Stärke des Ereignisses ab, sondern auch davon, wie gut die Lebensbedingungen in ihrer Region sind.
Was jetzt getan werden muss
In vielen Teilen der Welt ist die Gefährdung in Regionen mit niedrigem Entwicklungsstand in den vergangenen Jahrzehnten gesunken, weil sich die Lebensbedingungen verbessert haben. Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Katastrophenvorsorge können die Folgen von Extremereignissen deutlich verringern.
"Den Prognosen zufolge werden sich Klimagefahren in vielen Teilen der Welt weiter verschärfen", sagt Prof. Dr. Melanie Krause, die die Studie aus sozioökonomischer Perspektive begleitet hat. "Ihre humanitären Folgen sind jedoch nicht vollständig vorbestimmt. Investitionen in die menschliche Entwicklung, in die Infrastruktur und in die Vorsorge im Allgemeinen können Leben retten."
Laut der Forschenden ist es wichtig, genauer zu wissen, welche Regionen besonders von Klimakatastrophen gefährdet sind. Das könne helfen, Menschen besser vor den Folgen von Extremwetter zu schützen. An der Studie beteiligt waren auch das Leipziger Institut für Meteorologie, die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät sowie das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).
Originalpublikaton:
Teber, K., Sippel, S., Krause, M. et al. Inequality in human development amplifies climate-related disaster risk. Nat Commun 17, 5067 (2026).