Aus Sicht von Sachsens Fahrschulen wird der Führerschein durch die Reformpläne von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) nicht günstiger. «Die größten Kosten der Fahrschulausbildung entstehen durch die steuerlichen Belastungen: Mindestens die Hälfte der Gesamtkosten fließt direkt in die Staatskasse», sagte Peter Losleben, Vorsitzender des Landesverbandes Sächsischer Fahrlehrer, auf Anfrage. Wer den Führerschein als notwendig erachte, solle nicht maximal abkassieren und gleichzeitig von den Fahrschulen unrealistische Lösungen erwarten.
Fahrschulen: Pläne verlagern Kosten lediglich
Bei den sächsischen Fahrschulen seien Schnieders Pläne auf großes Unverständnis gestoßen, so Losleben. Die vorgeschlagenen Maßnahmen würden die Kosten nicht senken, sondern lediglich auf andere Kostenträger verlagern. «Bereits heute können rund drei Viertel des Theorieunterrichts digital durchgeführt werden, Präsenzunterricht findet nur in minimalem Umfang statt.» Auch in der praktischen Ausbildung dürften bis zu 70 Prozent auf Simulatoren erfolgen.
Keine Anmeldeflaute in Sachsen
Von dem bundesweiten Trend sinkender Anmeldezahlen nach Schnieders Ankündigung sind die sächsischen Fahrschulen jedoch laut Verband bisher nicht betroffen. Im Gegenteil suchten viele Fahrschulen weiterhin Fachkräfte, betonte Losleben. Die langjährigen Belastungen der Branche hätten in Sachsen zu einem Demografieproblem geführt, «dessen Folgen uns noch über längere Zeit begleiten werden».
In Sachsen sind laut Angaben des Infrastrukturministeriums rund 2.200 Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer erfasst, etwa ein Viertel davon schon älter als 65. Es gibt demnach derzeit 554 Fahrschulen, 409 im eher ländlichen Raum, 145 in den drei kreisfreien Städten.
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