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Apfelernte: Geringere Erträge bei guter Qualität

Apfelernte: Geringere Erträge bei guter Qualität
Sachsens Obstbauern rechnen in diesem Jahr mit geringeren Erträgen bei der Apfelernte. / Foto: Katharina Kausche/dpa
Von: DieSachsen News
Blütenkönigin Alida schneidet eine Apfeltorte an und eröffnet damit die Apfelernte in Sachsen. Beim Rück- und Ausblick für die Branche gibt es auch kritische Töne.

Sachsens Obstbauern rechnen mit geringerem Ertrag der Apfelernte bei guter Qualität der Produkte. Nach vorläufigen Schätzungen betrage die Erntemenge rund 44.300 Tonnen, sagte Jörg Geithel, Chef des Obstverbandes Sachsen & Sachsen-Anhalt. Damit liege die sächsische Ernte um 14,7 Prozent unter dem Vorjahresertrag (51.960 Tonnen). Als Gründe nannte er eine kleinere Anbaufläche, Frost und Hagel sowie Hitze und Trockenheit. Dazu komme Alternanz. Darunter versteht man im Obstbau schwankende Fruchterträge im zweijährigen Rhythmus. 2025 galt als starkes Apfeljahr.

Erntesaison mit Anschnitt einer Apfeltorte offiziell eröffnet

Die sächsische Blütenkönigin Alida schnitt am Dienstag am Goldenen Reiter in Dresden eine Apfeltorte an und eröffnete damit offiziell die Apfelsaison. Der Obstbauverband gab trotz geringerer Ertragsprognose Entwarnung. Für den Genuss von Äpfeln bestehe kein Grund zur Sorge. Es gebe genug leckere, frische und hochwertige Äpfel. Preislich wird mit einem Niveau wie im Vorjahr gerechnet.

Rückgang der Produktion europaweit

Sachsen stehe mit dieser Entwicklung nicht allein da, hieß es. Der Rückgang reihe sich in einen europaweiten Trend ein. Nach Schätzungen werde die Apfelproduktion in den wichtigsten EU-Ländern in diesem Jahr auf etwa 9,5 Millionen Tonnen geschätzt, etwa 16 Prozent weniger als im Vorjahr und damit die kleinste EU-Apfelernte seit 2017. Von Frösten, Trockenperioden, Hagel und Hitze seien vor allem die osteuropäischen Anbaugebiete betroffen - allen voran Polen als größter Apfelerzeuger in Europa. In Deutschland werde eine Ernte von rund einer Million Tonnen erwartet, etwa 11 Prozent weniger als 2025.

Obstbauern müssen sich an den Klimawandel anpassen

Geithel stimmte zur Eröffnung der Saison auch ein paar Töne in Moll an - wie er sich selbst ausdrückte. «Wir müssen in Zukunft mit dem Klimawandel, mit den Wetterextremen leben, und wir werden uns auch darauf einstellen.» Man erlebe derzeit einen Rückgang der heimischen Produktion. Der Selbstversorgungsgrad sei in den vergangenen Jahren leider gesunken und betrage in Deutschland bei Obst nur noch 20 Prozent, bei Äpfeln immerhin noch 48,7 Prozent. Früher seien es 60 Prozent gewesen. Da stelle sich die Frage, ob die deutschen Verbraucher überhaupt noch einheimisches Obst wollen.

Bedingungen für Obstproduktion werden schwieriger

Die Obstbauern in Deutschland würden unter höchsten Qualitäts- und Umwelt- und Sozialstandards produzieren und seit vielen Jahren «in Biodiversität, in Blühstreifen, in Nistkästen, in blühende Landschaften, in moderne Klimaschutzmaßnahmen» investieren, sagte Geithel. Man sei Teil der Ernährungssicherheit, doch die Rahmenbedingungen würden schwieriger. Der Verbandschef verwies unter anderem auf steigende Produktionskosten. Das bedeute einen Wettbewerbsnachteil. «Wir reden über Regionalität und Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit, aber akzeptieren immer häufiger, dass heimisches Obst durch Importware ersetzt wird.»

Im Obstbauverband Sachsen & Sachsen-Anhalt sind aktuell 65 Betriebe organisiert - vier weniger als im Vorjahr. Geithel zufolge lag das nicht an der wirtschaftlichen Situation. Die Inhaber hätten aus Altersgründen das Geschäft beendet und keinen Nachfolger gefunden. In beiden Ländern wird Obst auf einer Fläche von 3.200 Hektar angebaut, 2.800 Hektar davon betreffen Sachsen. Auf den Apfelanbau entfallen im Freistaat 1.600 Hektar. Auf knapp 100 Hektar reifen Birnen. Hier liegt die Ernteprognose bei 2.600 Tonnen.

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