Der Halbeiterkonzern TSMC macht beim Bau seiner Chipfabrik mit Partnern in Dresden Tempo. Ein gutes Jahr nach dem Spatenstich ist die Bodenplatte der Fabrik nahezu fertig, bei einem Bürohaus und einem Versorgungsgebäude ist der Hochbau in vollem Gange. Damit sei man jetzt in der «schönsten Phase des Baus» angelangt, sagte ESMC-Präsident Christian Koitzsch. 2026 soll die Fabrik ein Dach haben und wetterdicht sein, ab Mitte 2027 dann der Einbau der Produktionsanlagen erfolgen. Damit liegt man im Zeitplan.
ESMC ist eine Baustelle der Superlative
Die Baustelle hat riesige Dimensionen. Bis zu 30 Kräne drehen sich hier gleichzeitig, etwa 1.200 Bauleute und Techniker sind vor Ort. Nahezu rund um die Uhr wird gebaut. Die Fabrik mit den Maßen von 200 mal 200 Metern geht zehn Meter tief in die Erde und soll auf zwei Obergeschossen Reinräume mit einer Fläche von 45.000 Quadratmeter umfassen. Die Kellergeschosse dienen als Versorgungstrakt mit Großbehältern etwa für Wasseraufbereitung sowie die Chemie- und Gasversorgung. Insgesamt werden 155.000 Kubikmeter Beton verbaut. Rund 600.000 Kubikmeter Boden wurden ausgehoben.
Sachsens Regierungschef von Taiwan beeindruckt
Am Donnerstag besuchte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Baustelle. Bei einem Besuch in Taiwan hatte er kürzlich eine Fabrik von TSMC in Vollendung gesehen. Am meisten hätten ihn die Menschen in Taiwan beeindruckt, bekannte Kretschmer und lobte deren Leistungsbereitschaft, Präzision und das Bestreben, immer wieder Dinge verbessern zu wollen. Es wäre gut, wenn man in Europa ein Stück weit dieser taiwanesischen Philosophie umsetzen würde.
Kretschmer zeigte sich vom Bautempo auf der Baustelle im Dresdner Norden beeindruckt. «Diese Reise in Asien hat mir so sehr die Augen geöffnet, weil dort eine ganz andere Power da ist, ein ganz anderer Wille zum Erfolg. Wir müssen in Deutschland aufwachen», sagte er. «Wenn wir jetzt nicht handeln, dann werden unsere Kinder uns das sehr, sehr übelnehmen und unsere Enkel werden gar nicht mehr wissen, wie das mal gewesen ist.»