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Meisterzahlen im sächsischen Handwerk steigen

Meisterzahlen im sächsischen Handwerk steigen
Nach Ansicht des Präsidenten des Sächsischen Handwerkstages halten wirtschaftliche Unsicherheiten und Bürokratieanforderungen junge Menschen ab, sich selbstständig zu machen. (Archivbild) / Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Von: DieSachsen News
Im vergangenen Jahr gab es in Sachsen so viele Meisterabschlüsse wie seit zehn Jahren nicht. Dennoch fehlen Nachfolger für Betriebe, die in den nächsten Jahren übergeben werden.

So viele Meisterabschlüsse wie seit zehn Jahren nicht mehr: Nach Angaben des Sächsischen Handwerkstages haben im vergangenen Jahr 823 Männer und Frauen im Freistaat einen Meister absolviert. Das sei der höchste Wert seit zehn Jahren und entspreche einer Steigerung von 14 Prozent im Vergleich zu 2024. 

Ob Dachdecker, Installateur oder Elektrotechniker: In den meisten Handwerksberufen ist ein Meistertitel erforderlich, um einen Betrieb zu führen. Mit langjähriger Berufserfahrung oder der Einstellung eines entsprechenden Leiters mit Meistertitels sind auch Ausnahmeregelungen möglich.

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19.000 Handwerksbetriebe in zehn Jahren zu übergeben

Dass die Regierung den Meisterbonus auf 3000 Euro erhöht hatte, bezeichnete Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages, als richtiges Zeichen. Dennoch gibt es nach Ansicht des Handwerkstages zu wenig Nachfolger für Handwerksbetriebe. Bislang plant laut Handwerkstag nur jeder dritte Meisterabsolvent, sich selbstständig zu machen. Diese niedrige Zahl treffe auf rund 19.000 Handwerksbetriebe, die in den kommenden zehn Jahren übergeben werden.

Hinter den 19.000 Unternehmen stünden 78.000 Arbeitsplätze und ein Umsatzvolumen von etwa 12,6 Milliarden Euro. «Es geht hier nicht nur um die Zukunft des Handwerks. Es geht hier um die Zukunft der sächsischen Wirtschaft», betonte Nostitz.

Warum Meisterabsolventen nicht selbstständig sein wollen

Nostitz begründet den mangelnden Wunsch nach Selbstständigkeit mit den wirtschaftlichen Unsicherheiten und den enormen Bürokratieanforderungen. Er fordert, die Bürokratie drastisch zurückzufahren und alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Wirtschaftswachstum zu genieren. 

Der Sächsische Handwerkstag vertritt eigenen Angaben nach mehr als 54.000 Handwerksbetriebe mit 280.000 Beschäftigten.

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