In sächsischen Schulen sollen künftig verstärkt «digitale Selbstlernmodule» zum Einsatz kommen. «Das selbstständige und selbstorganisierte Lernen wird zunehmend zu einer Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts. Zukünftig kommt es immer stärker darauf an, Schülerinnen und Schüler zum selbstorganisierten Lernen zu befähigen», sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Donnerstag in Dresden. Die digitalen Module könnten auch genutzt werden, wenn Lehrkräfte ausfallen.
Damit rechnet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf jeden Fall. Am Mittwoch hatte sie die Zahl der zusätzlich benötigten Lehrkräfte auf mindestens 3000 beziffert. Sachsen geht aber nur mit 1120 neu eingestellten Pädagogen ins neue Schuljahr. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine leichte Steigerung. «Wir haben mehr Lehrkräfte für uns gewinnen können», betonte der Minister. Die Zahlen zeigten, dass der Schuldienst in Sachsen attraktiv sei.
Piwarz gab zu, dass Sachsen mehr Lehrkräfte einstellen wollte. Es sei auch beim jetzigen Einstellungsverfahren nicht gelungen, in speziellen Schularten und in einzelnen Regionen die Bedarfe zu decken. «Es fehlen schlicht und ergreifend die Bewerber.» Die Unterrichtsabsicherung werde erneut eine große Herausforderung. Der Minister prognostizierte ein «angespanntes Schuljahr» und vermochte nicht zu sagen, in welchem Umfang der Unterricht am Ende abgesichert ist: «Die Glaskugel habe ich leider nicht.»