Die Gewerkschaft GEW kritisiert Sachsens Strategie im Kampf gegen den Lehrermangel. Die Seiteneinsteiger-Regelung führe am Anfang des Schuljahres zu einer Mehrbelastung an den Schulen, sagte die GEW-Landesvorsitzende Ursula-Marlen Kruse der Deutschen Presse-Agentur.
Seiteneinsteiger müssen in Sachsen eine dreimonatige Einführungsschulung absolvieren, bevor sie unterrichten dürfen. Während dieser Zeit stünden die Neulinge gar nicht vor den Klassen, sondern müssten von den bereits beschäftigten Lehrern vertreten werden, sagte Kruse. In den meisten anderen Bundesländern würden die Seiteneinsteiger vor Beginn des Schuljahres geschult. Gleichzeitig reiche das Vierteljahr nicht aus, um Nicht-Pädagogen wirklich auf ihren neuen Beruf vorzubereiten.
Die Mehrbelastung durch Seiteneinsteiger treffe vor allem Grund- und Oberschulen, weil an diesen Schularten der Lehrermangel am gravierendsten sei. Dort müssten die Lehrer ohnehin schon besonders fordernde Aufgaben stemmen, weil sie Kinder mit Förderbedarf oder aus bildungsfernen Familien integrieren müssten.