Der Titel kommt nicht umsonst so sperrig geschrieben daher. Das Thema ist sperrig. Auf den rückseitigen Umschlagtext heißt es „Wie weit muss man weggehen, um von seiner Herkunft nicht heimgesucht zu werden? Wie soll man das nennen, wenn man sich ständig für eine Stadt rechtfertigen muss, in der man schon seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr wohnt?“
Wer von Heimsuchung spricht, ist rechtschaffend sauer, enttäuscht, ratlos. Denn ums kurz zu machen, Sehr geehrter Herr Richter, diese Frage erübrigt sich. Wo auch immer Sie sind, Ihre Herkunft kommt mit. Das ist so sicher, wie es in Australien bei den deutschen Auswanderern die beste Schwarzwälder Torte dieser Erde gibt und die akkuratesten Paradekissen auf dem Sofa.
Doch darum geht’s hier nicht im Kern. Im Mittelpunkt steht die Debatten-Entwicklung in Dresden, die unkultivierten Äußerungen aus einer weltweit bekannten Kulturstadt, von der die Menschen in aller Welt wahrscheinlich besser wissen, von wo überall her die kulturellen Einflüsse nach Elbflorenz strömten als manche Menschen, die hier geboren wurden. Was veranlasst Menschen zum abendlichen Spaziergang und wo sind die Wurzeln der Feindseligkeit?