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Beginn des Singvogelmonitorings am Holschaer Teich

Beginn des Singvogelmonitorings am Holschaer Teich
Foto: B. Fleischer, Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz e. V.
Von: Uwe Tschirner
Am Holschaer Teich hat das Integrierte Singvogelmonitoring begonnen. Der erste Fangtag brachte trotz Nieselregen 43 Vögel, darunter auch eine bereits bekannte Amsel zurück ins Netz.

Mit dem ersten Fangtag ist am Holschaer Teich das Integrierte Singvogelmonitoring, kurz IMS, in die neue Saison gestartet. Das bundesweite Beringungsprogramm läuft jedes Jahr von Mai bis August und dient seit 1998 der Kontrolle von Singvogelbeständen. Derzeit sind rund 50 Fangplätze in ganz Deutschland beteiligt. Auch der Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz e. V. nimmt seit 2018 an dem Programm teil und liefert damit wichtige Daten zur Entwicklung der Populationen, zu Fortpflanzungsraten und zum Überleben der Vögel. Am Holschaer Teich werden dazu an zwölf Terminen pro Fangsaison 14 Bodennetze und zwei Hochnetze auf einer Fläche von etwa drei Hektar aufgestellt.

Ab Sonnenaufgang kontrollieren Fachleute die Netze in sechs Durchgängen und entnehmen die gefangenen Singvögel sorgfältig. Anschließend werden Art, Geschlecht, Gewicht und Flügelmaße erfasst, bevor die Tiere einen Ring erhalten und wieder freigelassen werden. Gerade in den frühen Morgenstunden ist die Aktivität an den Netzen besonders hoch, weshalb der Fang schon bei Sonnenaufgang beginnt. Der Auftakt verlief erfolgreich: Trotz leichtem Nieselregen gingen insgesamt 43 Vögel ins Netz. 35 Tiere wurden erstmals beringt, acht trugen bereits Ringe aus den Vorjahren. Insgesamt wurden 14 verschiedene Arten nachgewiesen, darunter Rohrammer, Teichrohrsänger und Drosselrohrsänger als typische Schilfbewohner, aber auch Garten-, Mönchsgrasmücke sowie Blau- und Kohlmeise.

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Ein besonderer Moment war der Fang eines Amselweibchens, das 2022 als Jungvogel beringt worden war. Dass es nun offenbar in der Nähe des Fangplatzes brütet, zeigte der sogenannte Brutfleck am Bauch. Diese federfreie Stelle bildet sich zur Brutzeit und unterstützt die Wärmeregulierung des Geleges. Solche Wiederfänge machen den besonderen Wert des Monitorings deutlich: Sie zeigen nicht nur, welche Arten vor Ort vorkommen, sondern geben auch Einblicke in Lebensweise, Standorttreue und den Zustand der Bestände.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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