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Arbeitsmarkt in der Oberlausitz bleibt träge – mehr Menschen setzen auf Weiterbildung

Arbeitsmarkt in der Oberlausitz bleibt träge – mehr Menschen setzen auf Weiterbildung
Symbolfoto: Uwe Tschirner
Von: Uwe Tschirner
Im Arbeitsagenturbezirk Bautzen bleibt der Arbeitsmarkt in Bewegung, allerdings nur in geringem Tempo. Während die Arbeitslosigkeit leicht sinkt, steigt die Zahl der gemeldeten Stellen und der Bedarf an Qualifizierung.

Arbeitsmarkt in der Oberlausitz bleibt verhalten

Im Mai hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in den Landkreisen Bautzen und Görlitz nur wenig verändert. Die Zahl der Arbeitslosen ging leicht zurück, zugleich meldeten Unternehmen wieder mehr freie Stellen als im Vormonat. Dennoch spricht die aktuelle Entwicklung weiterhin für einen eher zögerlichen Arbeitsmarkt mit begrenzter Dynamik.

„Auf dem Arbeitsmarkt in der Oberlausitz ist weiterhin wenig Bewegung. Im Mai konnten weniger Arbeitslose eine neue Arbeit aufnehmen als noch im Vormonat. Mehr Menschen nutzen in dieser Situation die Unterstützungsmöglichkeiten der Arbeitsagentur zur beruflichen Weiterentwicklung oder Neuausrichtung“, erklärt Anja Schilling, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen. Besonders auffällig sei, dass im Vergleich zum Vorjahr mehr Menschen an Weiterbildungen teilnehmen oder mit Förderung ein Unternehmen gründen.

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Weniger Arbeitslose als im April und im Vorjahr

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen waren im Mai 2026 insgesamt 19.868 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 305 Personen oder 1,5 Prozent weniger als im April und 441 Personen beziehungsweise 2,2 Prozent weniger als im Mai 2025. Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 7,3 Prozent. Im Vorjahresmonat hatte sie noch bei 7,4 Prozent gelegen.

Die Entwicklung fällt damit zwar positiv aus, bleibt aber im Vergleich zu früheren Jahren insgesamt auf einem hohen Niveau. Vor allem für Menschen, die schon länger ohne Beschäftigung sind oder einen Berufswechsel anstreben, bleibt der Zugang zum Arbeitsmarkt anspruchsvoll.

Unterschiede zwischen Agentur und Jobcentern

Bei der Agentur für Arbeit Bautzen, die unter anderem für Arbeitslosengeld zuständig ist, waren im Mai 2026 7.247 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 310 weniger als im Vormonat, aber 89 mehr als vor einem Jahr. In den beiden Jobcentern der Landkreise Bautzen und Görlitz wurden 12.621 Arbeitslose registriert, die Bürgergeld empfingen. Hier stieg die Zahl gegenüber dem April um fünf Personen, lag aber 530 unter dem Wert des Vorjahres.

Diese Unterschiede zeigen, dass die Lage je nach Personengruppe sehr verschieden ist. Während die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis des Arbeitslosengeldes leicht zunimmt, entwickelt sich der Bereich der Grundsicherung im Jahresvergleich günstiger.

Unterbeschäftigung gibt ein breiteres Bild

Ein umfassenderes Bild der Arbeitsmarktsituation liefert die Unterbeschäftigung. Sie berücksichtigt neben der Arbeitslosigkeit auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit. Im Mai 2026 lag die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung im Agenturbezirk Bautzen bei 22.907. Das waren 252 Personen weniger als im Vormonat und 136 weniger als im Mai 2025.

Die Unterbeschäftigungsquote blieb bei 8,4 Prozent stabil. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,3 Prozent gelegen. Damit zeigt sich auch hier nur eine leichte Entspannung, ohne dass von einer grundsätzlichen Trendwende gesprochen werden kann.

Mehr Stellen, aber weiterhin unter früherem Niveau

Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften hat im Mai wieder etwas zugenommen. Der Arbeitsagentur Bautzen wurden 759 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das entspricht einem Plus von 94 Stellen gegenüber dem Vormonat und 171 mehr als im Mai 2025. Trotzdem liegt das Niveau weiterhin unter dem, was in den Jahren vor 2023 üblich war. Damals wurden im Mai regelmäßig mehr als 800 neue Stellen gemeldet, in einzelnen Jahren sogar über 1.000.

Im Bestand befinden sich aktuell 4.190 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen. Das sind 979 mehr als im Vorjahr, also ein Plus von 30,5 Prozent. Damit ist die Zahl der offenen Stellen zwar solide, doch der Arbeitsmarkt bleibt durch Fachkräfteengpässe und eine verhaltene Einstellungsbereitschaft geprägt.

Branchen mit dem höchsten Stellenbestand

Die meisten offenen Stellen entfallen derzeit auf die Zeitarbeit mit 1.182 Angeboten. Danach folgen das verarbeitende Gewerbe mit 747 Stellen, der Handel mit 440, das Gesundheits- und Sozialwesen mit 352 sowie das Baugewerbe mit 318. Für Hilfskräfte sind 618 Stellen verfügbar, für Fachkräfte, Spezialisten und Experten zusammen 3.572 Stellen. Das zeigt, dass die Nachfrage vor allem auf qualifiziertes Personal ausgerichtet bleibt.

Kurzarbeit bleibt bislang auf niedrigem Niveau

Auch beim konjunkturellen Kurzarbeitergeld gibt es nur begrenzte Bewegung. Nach vorläufigen Hochrechnungen haben im Mai 2026 fünf Unternehmen für 300 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Das sind deutlich weniger als im Vormonat, als noch 14 Betriebe mit 47 Beschäftigten mehr erfasst wurden. Für Mai liegen aus den einzelnen Branchen noch keine vollständigen statistischen Daten vor.

Für Januar 2026 wurden bislang 57 Betriebe mit insgesamt 936 Beschäftigten ausgewiesen, die konjunkturelles Kurzarbeitergeld beantragt haben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das vier Betriebe und 755 Beschäftigte weniger. Rechnerisch waren im Januar 2026 0,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Agenturbezirk Bautzen von Kurzarbeit betroffen. Ein Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 0,9 Prozent.

Ausblick für den regionalen Arbeitsmarkt

Die Mai-Daten deuten auf einen Arbeitsmarkt hin, der sich zwar leicht verbessert, aber noch nicht klar an Fahrt gewinnt. Sinkende Arbeitslosigkeit, mehr gemeldete Stellen und eine stabile Unterbeschäftigungsquote sprechen für eine vorsichtige Stabilisierung. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Unsicherheit spürbar, und viele Beschäftigungschancen entstehen weiterhin nur langsam.

Für Arbeitssuchende in Bautzen und Görlitz rücken deshalb Qualifizierung, Umschulung und individuelle Beratung stärker in den Vordergrund. Gerade in einem Markt mit begrenzter Dynamik können Weiterbildung und gezielte Förderung entscheidend sein, um den beruflichen Wiedereinstieg zu erleichtern oder neue Perspektiven zu eröffnen.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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