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Wissensland startet als neues Wissenschaftsmedium für Sachsen

Wissensland startet als neues Wissenschaftsmedium für Sachsen
Jana Mundus gründet eigenes Wissenschaftsportal für Sachsen (Bild: Stefan Mundus-Weichert)
Von: Thomas Wolf
Die Dresdner Wissenschaftsjournalistin Jana Mundus hat mit Wissensland ein neues Online-Medium für Forschung aus Sachsen gegründet. Die Artikel sind kostenlos. Finanziert werden soll das Angebot vor allem von wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen, die laut Redaktionsstatut keinen Einfluss auf die Berichterstattung erhalten.

Die sächsische Medienlandschaft bekommt ein neues Fachmedium. Unter dem Namen Wissensland berichtet die Dresdner Journalistin Jana Mundus künftig über Wissenschaft, Forschung und Innovation aus Sachsen. Das Online-Angebot ist seit September unter wissensland.de erreichbar. Eine Paywall gibt es nicht.

Im Mittelpunkt sollen Forschungsergebnisse und die Menschen hinter der Wissenschaft stehen. Die Artikel richten sich ausdrücklich auch an Leserinnen und Leser ohne wissenschaftliches Fachwissen. Forschung soll erklärt und journalistisch eingeordnet werden. Dazu gehört nach Angaben von Wissensland auch, Unsicherheiten und unterschiedliche Einschätzungen von Fachleuten sichtbar zu machen.

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Jana Mundus setzt auf Wissenschaftsjournalismus aus Sachsen

Hinter Wissensland steht die Dresdner Journalistin Jana Mundus. Sie arbeitet seit vielen Jahren freiberuflich und hat sich auf Wissenschaftsthemen spezialisiert. Auf DIE SACHSEN NEWS veröffentlicht sie bereits seit Längerem Beiträge über Forschung aus Dresden, Leipzig, Chemnitz und anderen Teilen Sachsens. Ihr dortiges Autorenprofil nennt unter anderem den PUNKT-Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie, den sie 2020 erhielt.

Mundus sieht eine Lücke in der bisherigen Berichterstattung. „In Sachsen wird an Themen geforscht, die unser Leben schon heute beeinflussen oder künftig verändern können“, sagt sie.

Nach ihrer Einschätzung erreichen viele Erkenntnisse aus Laboren, Hochschulen und Forschungsinstituten die breite Öffentlichkeit kaum noch. Wissensland soll deshalb Forschung kontinuierlich begleiten und verständlich erklären.

Das betrifft Themen, die weit über die Wissenschaft selbst hinausreichen. Medizinische Forschung kann beispielsweise Behandlungen verändern. Neue Materialien beeinflussen Industrie und Energieversorgung. Klimaforschung liefert Grundlagen für politische Entscheidungen.

Kostenlos für Leser, finanziert durch Unterstützer

Alle journalistischen Beiträge sollen frei zugänglich bleiben. Ein kostenpflichtiges Abonnement ist derzeit nicht vorgesehen. „Mir war von Anfang an wichtig, dass sich Menschen ohne finanzielle Hürden informieren können“, betont Jana Mundus.

Das Geschäftsmodell unterscheidet sich damit von klassischen Abo-Angeboten. Wissensland will sich vor allem über Beiträge wissenschaftlicher Einrichtungen und forschungsnaher Unternehmen finanzieren. Anzeigen sollen später als weitere Einnahmequelle hinzukommen. Auch Gespräche mit Stiftungen laufen nach Angaben des Unternehmens.

Eine zentrale Frage bei diesem Modell ist die Trennung zwischen Finanzierung und Redaktion. Wissensland schreibt dazu fest, dass Unterstützer keine Themen bestellen und Artikel vor Veröffentlichung nicht kontrollieren dürfen. Die Redaktion entscheidet selbst über Themen und Darstellung. Unterstützende Einrichtungen werden öffentlich genannt und können eigene, entsprechend gekennzeichnete Profile erhalten.

„Entscheidend ist, dass dieses Modell die journalistische Unabhängigkeit bewahrt“, sagt Mundus.

Ein Redaktionsstatut soll diese Regeln verbindlich festhalten. Zusätzlich begleitet ein Beirat das Medium. Ihm gehören unter anderem die Wissenschaftsjournalistin Eva Wolfangel, der Dresdner Seniorprofessor Manfred Curbach und Andreas Schütz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt an.

Rund 20.000 Euro Förderung für den Aufbau

Hinter dem Angebot steht die im Dezember 2025 gegründete Wissensland UG. Für den Aufbau der Plattform erhielt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 20.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Die technische Plattform stammt von der Dresdner publizer GmbH.

Wissensland beschränkt sich dabei nicht auf klassische Artikel. Forschungspodcasts aus Sachsen werden bereits gebündelt. Ein Veranstaltungskalender für wissenschaftliche Termine und englische Fassungen der Inhalte sollen folgen. Newsletter und eigene Social-Media-Angebote sind ebenfalls geplant. Bis Anfang 2027 soll die Redaktion personell wachsen.

Erste Unterstützer hat das Unternehmen bereits gefunden. Dazu gehören die Technische Universität Bergakademie Freiberg, das Institut für Luft- und Kältetechnik Dresden und das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden.

Wissenschaftsinhalte laufen bereits auf DIE SACHSEN NEWS

Ganz neu ist Wissensland für Leserinnen und Leser von DIE SACHSEN NEWS nicht. Auf der Plattform gibt es bereits einen eigenen Bereich mit Beiträgen des Wissenschaftsmediums. Dort erschienen in den vergangenen Monaten unter anderem Artikel über Krebsforschung, Virtual Reality, Quantencomputer, Medizin und neue Materialien.

So berichtete Wissensland beispielsweise über ein Dresdner Forschungsmodell, mit dem Wissenschaftler untersuchen, wie Brustkrebszellen in Knochen eindringen. Ein weiterer Beitrag beschäftigte sich mit einer Studie aus Dresden, Leipzig und Cottbus zur Frage, ob bestimmte Schilddrüsenmedikamente dauerhaft eingenommen werden müssen.

Mehr zum Thema: Alle bisherigen Beiträge von Wissensland gibt es im eigenen Themenbereich auf DIE SACHSEN NEWS. Wissensland auf DIE SACHSEN NEWS

Der Ansatz gehört zum Wissenschaftsjournalismus. Diese journalistische Disziplin berichtet über wissenschaftliche Erkenntnisse, ordnet Forschung ein und vermittelt zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Wissensland will sein Angebot nun Stück für Stück ausbauen. „In den kommenden Monaten hoffen wir, weitere Einrichtungen, Unternehmen, Netzwerke und Verbände als Unterstützende zu gewinnen“, sagt Jana Mundus.

Thomas Wolf
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Thomas Wolf

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