Als letzter Ort in Sachsen muss Mühlrose im Nordosten des Freistaates für den Braunkohleabbau weichen. Noch ist das alte Dorf nicht verschwunden, doch unaufhörlich rückt der Tagebau Nochten näher. Ein großer Teil der früheren Bevölkerung ist längst nach Schleife gezogen, wo sich Umsiedler konzentriert an einem Standort neue Eigenheime bauen konnten. Am Samstag hat das Bergbauunternehmen Leag die dort entstandene Ortsmitte mit Dorfgemeinschaftshaus und Spielplatz übergeben.
Neu-Mühlrose liegt etwa sieben Kilometer vom alten Ort entfernt, wo nach Angaben der Leag derzeit noch neun Grundstücke bewohnt sind. Bis Ende dieses Jahres soll die Umsiedlung des Ortsteils von Trebendorf abgeschlossen sein. Die Planungen des Tagebaubetreibers sehen vor, die komplett beräumte Fläche 2029 verfügbar zu haben. Unter Mühlrose lagern rund 150 Millionen Tonnen Kohle. Die Leag geht bislang davon aus, dass die Menge nach wie vor gebraucht wird, «um vor allem das Kraftwerk Boxberg bis Ende 2038 unterbrechungsfrei, sicher und bedarfsgerecht zu versorgen».