Der Notverkauf seiner früheren Landesbank kommt Sachsen offenbar weniger teuer zu stehen als ursprünglich angenommen. Wegen erfolgreicher Verkäufe von Wertpapieren aus dem früheren Besitz der Bank müsse das Land Bürgschaften in Höhe von 2,75 Milliarden Euro für Ausfälle nicht in voller Höhe ausschöpfen, teilte das Finanzministerium am Mittwoch in Dresden mit. Mit der Landesbank Baden-Württemberg gemeinsam habe das Land seit Mitte September 2017 Wertpapiere in Höhe von 4,2 Milliarden Euro des aus dem ehemaligen Sachsen LB stammenden Sealink Portfolios veräußert. Nach ersten Schätzungen bleiben dem Land dadurch Garantien in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages erspart.
Die Sachsen LB stand 2007 nach riskanten Geschäften einer Tochter vor dem Aus und wurde über Nacht an die Landesbank von Baden-Württemberg verkauft. Der Freistaat musste aber für den Ausfall riskanter Papiere bürgen. Seit Übernahme der Höchstgarantie von 2,75 Milliarden Euro zahlte Sachsen laut Finanzministerium 1,86 Milliarden Euro. Dafür war ein Garantiefonds eingerichtet worden. Sein Bestand belief sich zum 31. Dezember 2017 auf rund 890 Millionen Euro.