Der traditionsreiche ostdeutsche Fahrradhersteller Mifa aus Sangerhausen hat kurz nach der Inbetriebnahme eines neuen Werks überraschend Insolvenz beantragt. Die Mifa-Bike GmbH reichte am Mittwoch beim Amtsgericht Halle einen entsprechenden Antrag ein, wie ein Gerichtssprecher sagte. Zuerst hatte die «Mitteldeutsche Zeitung» in Halle darüber berichtet. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) erklärte in Magdeburg: «Die jetzt angestrebte Insolvenz in Eigenverwaltung kann ein geeigneter Weg sein, Mifa wieder auf wirtschaftlich gesunde Füße zu stellen.» Das Unternehmen hat rund 500 Beschäftigte.
Laut einem Sprecher hat das Amtsgericht in dem Verfahren (Aktenzeichen: Az 59/N4/17) den Rechtsanwalt Lucas Flöther als Gutachter bestellt. Erst im Dezember hatte der Fahrradhersteller sein neues Werk am Stadtrand bezogen. Eigentümer Heinrich von Nathusius hatte angekündigt, dass Mifa Anfang Januar komplett im neuen Werk produzieren wolle. Von Nathusius wollte es zum kostengünstigsten Fahrradwerk Europas machen.