Die Spätfröste im März, April und Mai haben auch die Äcker von Sachsens Landwirten getroffen. Bei den Winterbeständen, die in ihrer Entwicklung gegenüber dem Vorjahresstand drei Wochen voraus waren, sorgten sie für noch unkalkulierbare Schäden, wie der Landesbauernverband am Freitag zum Ernteauftakt in Prausitz im Landkreis Meißen mitteilte. Nässe und Spätfröste machten Aussagen zu den Erwartungen insgesamt schwierig. Dank überdurchschnittlicher Niederschläge im Winter seien die Landwirte mit Optimismus ins Frühjahr gegangen, nun aber erschwerten mit Wasser gesättigte Böden die Aussaat der Sommerkulturen.
«Wir können die Folgen noch nicht einschätzen», sagte Verbandspräsident Torsten Krawczyk beim Ernteauftakt in Prausitz. Die Gerste werde betroffen sein, einige Landwirte hätten vermehrt «taube Ähren» in ihrem Getreide gefunden. Der Weizen indes könnte es «relativ gut weggesteckt» haben und der Raps «noch überraschen». Wie es bei Mais, Kartoffeln und Rüben aussähe, sei unklar. Insgesamt gehe Krawczyk aber von einer durchschnittlichen Ernte aus. Wie sich das Wetter auf Ertrag und Qualität der Sommer- und Winterkulturen ausgewirkt habe, sei offen.