Im fast vollbesetzen Saal des Kamenzer Stadttheaters ist die Stimmung unter den Besuchern gut. Es wird diskutiert, die Erwartungen sind groß. Eingeladen hat unter der Ägide der Freien Wähler Kamenz der Oberbürgermeister a.D. Roland Dantz zu einem Podiumsgespräch mit dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Carsten Gansel und dem Herausgeber der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung, Holger Friedrich. Das Thema des Abends ist „Wer prägt das Bild Ostdeutschlands?“. Eine spannende Frage!
In seinen einleitenden Worten betont Roland Dantz, dass er mit der Veranstaltung Raum geben möchte für öffentliche Debatten. Er sagte: „Meinungsfreiheit ist kein Geschenk“ und meint damit, dass sie auch in einer offenen Gesellschaft immer neu erkämpft werden muss. Prof Gansel stellt richtigerweise fest, dass es nicht um Opfergeschichten gehe. Das greift OAZ-Herausgeber Friedrich auf, wenn er betont, dass es einer Gesellschaft bedürfe, die kultiviert zu widersprechen verstehe. Man müsse die Resilienz und Erfahrung der ostdeutsch sozialisierten Menschen nutzen. Es seien unterschiedliche Erfahrungsmuster, die eine Bereicherung sein könnten. Dieses Potential sei vielfach bis heute nicht genutzt worden.