Zwischen Legende und belegbarer Geschichte bewegt sich das Leben der Gräfin Auguste Charlotte von Kielmannsegge, einer Frau, die bis heute fasziniert. War sie lediglich eine elegante Hofdame ihrer Zeit, oder tatsächlich eine politische Akteurin im Schatten der Macht? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Vortrags, der sich bewusst von Mythen löst und den historischen Kern freilegt.
Geboren 1777 auf Schloss Hermsdorf, wuchs Auguste Charlotte als Tochter des sächsischen Hofmarschalls Peter August von Schönberg in einem Umfeld auf, das ihr früh Zugang zu den politischen und gesellschaftlichen Eliten verschaffte. Ihre außergewöhnliche Erscheinung und ihr selbstbewusstes Auftreten machten sie schnell zu einer auffälligen Figur in höfischen Kreisen.
Im Europa der Umbruchszeit, geprägt von den Kriegen und dem Einfluss Napoleon Bonapartes, rankten sich bald zahlreiche Geschichten um die Gräfin. Zeitgenossen beschrieben sie als „bildschön und elegant“, aber auch als berechnend und geheimnisvoll. Gerüchte über Liebschaften mit einflussreichen Männern kursierten ebenso wie der Vorwurf, sie habe als Spionin im Dienste Napoleons agiert. Sogar die Anschuldigung, am Tod ihres Ehemanns beteiligt gewesen zu sein, hielt sich hartnäckig, Belege dafür bleiben jedoch dünn.